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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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gesenarmee noch die Gegensätze hinzu, in welchen er zu den übrigengaribaldinischen Führern stand. Den Italienern war sein ab-sprechendes Wesen zuwider und Garibaldis Familie trieb Machen-schaften gegen ihn mit dem von der Regierung eingesetzten General-stabschef Frapolli; durch Zufall in Bordones Hände geratheneBriefschaften lieferten Garibaldi davon den Beweis und veranlasstenihn, seinem Sohn Menotti den Befehl zu ertheilen, jenen um Ent-schuldigung zu bitten. 1 ) Im Dezember, zu der Zeit, als sich Bor-done die verletzendsten Aeusserungen gegen die Regierung erlaubte,machte er sich zugleich in der Yogesenarmee so unbeliebt, dassGaribaldis Söhne, sein Schwiegersohn Canzio und viele italienischeOffiziere ihm die Wahl zwischen sich und Bordone stellten; alsjedoch Garibaldi sich entschieden für Letzteren aussprach, gabensie nach. 2 * )

Bordones Wesen kam auch oft in seinem äusseren Be-nehmen zum Ausdruck. Nach Middleton gab er sich stets denAnschein schlechter Laune, weil er durch Grobheit einschüchternwollte; nur in kleinem Kreise entrunzelte sich seine Stirn, in Ge-sellschaft von Delpech und Kompagnie. 8 ) Garnier dagegen schreibtihm eine grosse Gewandtheit im Umgang zu: 4 * * * ) den Meisten gegen-über verstand er sich schnell dadurch Geltung zu verschaffen, dass er,je nach den Umständen, entweder einen vertraulichen, kamerad-schaftlichen Ton oder eine hochfahrende Art anschlug, indem erseinem Partner das Wort abschnitt und ihn durch eine Fluth vonScheingründen und Redensarten verdutzt machte.

Nach demselben Gewährsmann soll er es mit den Begriffen„gerecht“ und „ungerecht“ nicht genau genommen, vor allemoft mit einem gewissen Wohlgefallen Ausschreitungen von Mit-gliedern des Heeres gegenüber, die ihm nicht verborgen bleibenkonnten, ein Auge zugedrückt haben; auf eigene Verantwortunghabe er oft Fahnenflüchtige und wegen Räuberei von ihrenOffizieren festgenommene Soldaten, die bei ihm persönlich seine

i) Dor. 112. — 2 ) Th. 466. C. P. App. 78. Die Schuld an diesen

Misshelligkeiten ist in Uebergriffen zu suchen, die sich Bordone in die

Befehlsbereiche der Brigaden hinein erlaubt zu haben scheint. Denn nur

so erklärt sich ein von Ricciotti Garibaldi bald nach dem Ueberfall von

Chätillon erlassener Befehl an die 4. Brigade : „Die Herren Kompagnie-

iührer wollen sich ernstlich merken, dass keine, den Dienst der Kom-pagnien der 4. Brigade betreifende Bitte oder Beschwerde beim Generalstab

angebracht werden darf, ohne vom Brigade-Stabsquartier genehmigt odergestattet zu sein. Die Herren Befehlshaber dürfen keinen Befehl, mögeer vom Generalstabe, dem Platz-Kommando oder irgendwo anders her-kommen, gehorchen, wenn nicht dieser Befehl ihnen von dem Ober-befehlshaber ihrer Brigade zngegangen ist.“ (S. App. VII und VIII.) —

3 ) Mid. 293. — 4 ) Ebd. 256.