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Milde anriefen, wieder laufen lassen. Yon anderen Schriftstellernwurde ihm vorgeworfen, dass er, namentlich wenn es sich umItaliener handelte, ihnen gegenüber die Franzosen in unverant-wortlicher Weise zurückgesetzt habe. Dagegen erscheinen die vonseinen Feinden vorgebrachten Beschuldigungen, er habe sich beiseiner Verwaltung der Vogesenarmee auf Kosten des Staates be-reichert, bzw. bereichern wollen, nach der Untersuchung desparlamentarischen Ausschusses als unbegründet.
Dem bevorstehenden Angriff des Generals v. Kettler gegen-über trug Bordone eine grosse Zuversichtlichkeit zu Schau undführte Jeden kräftig heim, der es, wie der Postdirektor zu Dijon,versuchte, über die Aussichten auf Erfolg nur die geringstenZweifel zur Sprache zu bringen. Garnier 1 ) meint, ihm sei dieSchwäche der auf Dijon vorrückenden deutschen Heersäule jeden-falls nicht unbekannt gewesen — und daher seine Zuversicht!
Middleton 2 ) schildert Bordone als eine hohe Gestalt ohneBeleibtheit, mit blondem, nach englischer Mode gekämmtem Haarund Bart, grauen Augen, nicht unangenehmem Gesicht, wenngleichder Ausdruck durch seinen ausserordentlichen Hochmuth zuweileneine gewisse Härte annahm. „In scharlachrother, ganz mitAstrachanpelz besetzter und mit Brandebourgs aus schwarzer Seidebeschnürter Kasacke, den Arm mit goldenen Achselschnüren zwiefachumschlungen, einen Husarenpelz um die Schultern gehängt unddurch goldene Raupen befestigt, tummelte sich Bordone auf seinenherrlichen Fuchs durch die Strassen.“ 3 )
c. Der Generalstab.
Wenn Bordone den Anforderungen an einen General-stabschef eines selbständig operirenden Heeres nicht entsprach,die Verhältnisse ihn aber unentbehrlich machten, so hättedas Kriegs-Ministerium das nothwendige Uehel dadurch wenigstensabzuschwächen versuchen müssen, dass ihm als Generalstabs-Offiziere erfahrene und geschulte Fachleute zur Seite gestellt wurden.Eine rücksichtslose Strenge bei der Auswahl der Offiziere in denleitenden Stellungen wäre um so mehr geboten gewesen, als diebisherigen Unglücksfälle der Berufsarmee über den Werth tüch-tiger Offiziere hätten Aufklärung geben sollen. Aber gleichBordone waren auch die anderen Generalstabs-Offiziere der Vogesen-armee zum grössten Theil Hilfsoffiziere, welche keine militärischeSchulung für ihre verantwortungsvollen Pflichten genossen hatten
i) Ga. 256. — *) Mid. 328. — s ) Ve. 101, Mid. 172.
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