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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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und sich in Folge dessen häufige Fehler zu Schulden kommenliessen, Fehler, die manchmal so haarsträubend waren, dass einnach den Regeln der Kriegskunst verfahrender Gegner sie einfachfür unmöglich hielt und deshalb zuweilen nicht so ausnutzte, wiees zum Schaden des Anderen möglich gewesen wäre. Ein solcherwar z. B., wie wir später näher sehen werden, am 21. JanuarNachmittags das Fortziehen der Brigade Ricciotti von Messigny,wodurch die rechte Seite der Aufstellung Garibaldis völlig entblösstwurde. —

Souschef des Generalstabs war ursprünglich Colonel Lobbia,über dessen Wirksamkeit oben bereits einige Einzelheiten mitgetheiltworden sind. Vielleicht um ihn vom Stabe zu entfernen, war erim Januar mit dem grössten Theil der 2. Brigade zu einem Zugein der Richtung auf Langres entsandt worden. Theyras ‘) schildertihn als einen Lebemann (viveur), der seine hohe Stellung nur zuseinem Vergnügen und zur Bereicherung auszunutzen suchte undsich den schmählichsten Ausschweifungen und Durchstechereienhingab. Die Nächte soll er meist mit anderen Offizieren in denCafes beim Spiel zugebracht haben. 2 ) Seine ausserordentliche Schlau-heit streifte, nach Marais 3 ), sehr nahe an einen, in Italien ziemlichgewöhnlichen, recht hässlichen Fehler: „man nannte ihn einenSpitzbuben. Den französischen Sitten, Anschauungen, Gesetzen völligfremd, stiess Lobhia manchmal nicht nur bei Empfindlichen an,sondern verletzte sogar sehr achtbare Interessen. Die häufigenReisen, welche die Bedürfnisse des Heeres dem GeneralstabschefColonel Bordone auferlegten, liessen Lobbia eine Freiheit des Han-delns, von der er nicht immer den besten Gebrauch machte.“ Erhot den reaktionären Parteien viele Handhaben zum Verhetzen derVogesenarmee. Phantastisch war sein Auftreten in rothem Seiden-hemd mit Türkensähel und Polenmütze. 4 )

Nach Lobbias Abmarsch nach Langres wurde seiue Stellevon Lieutenant - Colonel Gauckler, bisherigem Befehliger derGenietruppen, versehen. In seinem bürgerlichen Verhältuiss In-genieur en chef des ponts et chaussees im Departement Bas-Rhin, hatte er sich dadurch bemerkbar gemacht, dass er wäh-rend der Belagerung von Strassburg mit eigener Lebensgefahrden General de Barral durch die deutschen Linien in dieFestung hineingebracht hatte. 5 ) Als Jugendfreund des Kriegs-Delegirten de Freycinet scheint er auf den wichtigen Posten desSouschefs gestellt worden zu sein, um jenen über die Vorgänge bei

i) Th. 35. - 2 ) Ve. 21. - : ’) Ma. 35. - 4 ) Ve. 21. - 6 ) C. P. 83.