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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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auf den Thürmen von Dijon, da erhöh sich ein heftiger und eisigerNordwind. "Wie mit einem Zauberschlag entschwanden die Dunst-wolken und zeigten Thäler und Hügel von der Sonne vergoldet.Der garibaldinische Generalstab sah durch die Ferngläser diefeindlichen Heersäulen geschlossen zur Hechten nach der Strassevon Langres marschiren, während schwache Abtheilungen thaten,als ob sie Daix besetzen wollten, um Talant wieder anzugreifen.Menotti aber erkannte dies als Scheinbewegung und liessseinem Vater melden, dass der Feind Pouilly anzugreifen beab-sichtigte. J ) Diese Angriffsriehtung erregte nicht geringe Besorg-nisse, denn hiergegen mussten sämmtliche Geschütze der Stellungenvon Bel Air und Talant, die Mehrzahl derer von Fontaine zunächstausser Thätigkeit treten, weil man sie aus Mangel an Bespannungnicht zu bewegen vermochte; nur das an der Nordwestecke derUmfassung von Fontaine stehende einzelne Geschütz (Vierpfünder)der Batterie auf der Schlossterrasse konnte gegen Hauteville unddie Meierei von Pouilly schiessen. i) 2 ) Ausserdem war die neue An-griffsfront in erster Linie fast durchweg von mobilisirten National-garden besetzt, wovon Kettler selbstverständlich keine Ahnunghatte. 3 ) Dagegen konnten zur Abwehr eines Angriffs auf Pouillydie beiden auf Mont Chapet aufgestellten Zwölfpfünder mitwirken,ferner die hinter der Brustwehr östlich von Ferme St. Martinstehenden 5 Geschütze, 4 ) die südlich Pouilly nahe dem Schlagbaumaufgefahrenen 2 Zwölf- und 4 Vierpfünder, die 2 (bzw. 4) in demfünfseitigen Werk nordöstlich La Boudronnöe stehenden Zwölf-pfünder und die Geschütze bei St. Apollinaire. Bei der Unbestimmt-heit und den Widersprüchen der französischen Angaben unter ein-ander und bei der Unklarheit, ob in den einzelnen Befestigungs-und Batterieanlagen die gehörige Anzahl der für sie bestimmtenGeschütze auch thatsächlich eingefahren worden war, lässt sichnicht mit Gewissheit nachweisen, wie viele Geschütze französischer-seits am 23. zur Thätigkeit kommen konnten, bzw. gekommen sind.

Bald nach 1 Uhr bemerkten die französischen Vorposten vor-wärts Pouilly das Vorgehen preussischer Reiterstreifen. Man schienim Hauptquartier anfänglich nicht an die Absicht eines ernstlichenAngriffs glauben zu wollen, denn Colonel Gauckler telegraphirte um221 A. an Freycinet:Der Feind kehrt mit zahlreicher Artilleriezurück. Angriff gegen Plombieres (?), Daix, Asnieres und Strassenach Langres, scheint für morgen Stellung nehmen zu wollen, dennheute zu spät für wesentliche Handlung. 5 )

i) Mar. 239. 2 ) S. S. 1G7. 8 ) D. V. 1G7. <*) S. S. 168. 6 ) Per.

n. 733 No. 7381. oo