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gekommen wären. Dagegen bestätigt Dormoy die preussische»Angaben durch die Aussage eines geretteten Vertheidigers p) „Währenddie Preussen auf uns vorn am Eude der einzigen Treppe aufpassten,sprangen wir vom Hinterbalkon in den Gemüsegarten und es gelanguns trotz alledem, unsere Haut in Sicherheit zu bringen.“ BeideLesarten scheinen sich durch die Annahme ausgleicheu zu lassen,dass wahrscheinlich ausser den obigen, namentlich bekannt gewor-denen Leuten noch andere ohne deren Wissen in den übrigen Räumendes oberen Geschosses weiter gekämpft hatten. —
Die Flucht der Mobilisirten ergoss sich nicht nur über dieStrasse nach Langres, sondern auch über die Felder und Weinbergeseitwärts und wälzte sich durch die Vorstädte von Dijon. Mitdem Geschrei: „Sie kommen! Sie rücken in die Stadt! Retten wiruns!“ stürzten die Mobilisirten durch die Strassen und verbreitetenüberall Unruhe und Schrecken. Von den bis in die Mitte der Vor-städte einschlagenden preussischen Granaten durchbohrte eine dieMauer des ersten Stockwerks des an der Place St. Nicolas gelegenenCafe Roberjot und zertrümmerte einen an der Wand des Schlaf-zimmers stehenden Schrank.-') In der Bevölkerung entstand eineallgemeine Panik, welche sich bis in das Innere der Stadt fort-pflanzte und sich den. ganzen Tag über mehrfach wiederholte. DieMobilises de la Haute-Savoie am Bahnhof benutzten die günstige-Gelegenheit, ihre Waffen wegzuwerfen und auf der Strasse nachBeaune davonzulaufen. Um die Ordnung einigermassen wiederher-zustellen, mussten Garibaldis Eclaireurs ä cheval die Strassen durch-streifen, um mit Aufbietung aller Thatkraft die Flüchtigen aulzu-halten und zu sammeln. 3 ) Als sich in der Bevölkerung das Gerüchtverbreitete, die Preussen drängen siegreich in die Stadt ein, woran,,nach Garnier,nicht viel fehlte, beeilten sich sämmtliche Ein-wohner, welche Waffen uud Uniformen französischer Offiziere undSoldaten, selbst solche ihrer Einquartierung, im Hause hatten, diesezu verstecken oder wohl gar auf die Strasse zu werfen, um nicht,die Rache der Preussen auf sich zu ziehen.
General Pellissier, welcher während des ganzen Gefechts an-der Spitze einiger Mobilisirten-Bataillone sich auf der Place St. Ni-colas befand, hatte schon gegen 2 £2 A. von seinem Beobach-tungsposten auf dem Kirchthurm die Meldung erhalten: „UnsereSchützenkette zieht sich eiligst und in Unordnung aus der Richtungder Strasse von Langres zurück.“ Dies veranlasste ihn, dem.II. Bataillon der 4. Legion Saöne-et-Loire den Befehl zu ertheilen*
i) I). V. 183. — 2 ) Mi. 187. — 3 ) Ja. ir. 183. — Ga. 270.