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dorthin vovzuvücken. Etwa um 4 Uhr erhielt er die zweite Mel-dung: „Die feindliche Schützenlinie hat Schloss und Park vonPouilly überschritten. Der Park befindet sich in preussischenHänden.“ Da dieser nur 20 Minuten vom Steuerhaus von Dijonentfernt war, beschloss Pellissier, mit seinen letzten ßückhalts-truppen dorthin vorzugehen.') Um dieselbe Zeit meldete ColonelGauckler dem Kriegs-Minister den Stand des Gefechts mit folgen-der Depesche: -) „Feind bei Fontaine zurückgeworfen. Starkes Ge-schützfeuer in der Richtung St. Apollinaire. Mangel an Artilleristenfür die Zwölfpf'ünder der Mobilisirten. Mobilisirten - Batailloneweichen.“
Nach Angabe mehrerer französischer Schriftsteller verschaffteerst der Kampf um Pouilly — (wohl nicht, wie Dormoy 3 ) undAndere meinen, der Widerstand der 5 oder 9 Manu im erstenSchlossstockwerk) — im garibaldinischen Lager Klarheit über dieAbsichten der Preussen und ihre thatsächliche Angriffsrichtung.Da er eine Stunde beanspruchte, so gewann die Vogesenarmee Zeit,ihre Stellung zu wechseln. Die Truppen der 1. Brigade bliebenin dem noch immer bedroht geglaubten Dorf Fontaine stehen;Menotti staffelte einen Theil seiner besten Truppen an der vonTalant nach Daix führenden Strasse in Bereitschaftsstellung, seineMobilgarden-Bataillone, denen er bekanntlich nicht recht traute,blieben im Dorfe; sein Generalstabschef, Major Sant’ Ambrogio,liess in der Richtung auf das Gefechtsfeld Weinbergspfähle um-bauen, um im Nothfall mit Artillerie zu Hilfe eilen zu können.Garibaldi selbst hatte sich zuerst nach Talant begeben, von wo erden besten Ueberblick batte, fuhr aber später nach der Strasse vonLangres. Nachdem er die durch die Einnahme von Pouilly unddie Furcht der Mobilisirten drohende äusserste Gefahr für die Stadterkannt hatte, befahl er den Vormarsch des Rückhalts der Vogesen-armee nach dem gefährdeten Punkte: die schwache 5. BrigadeCanzio rückte nach St. Martin, die nur 1300 Franktireurs zählende U4. Brigade Ricciotti ging auf der Strasse nach Langres noch weiterin der Richtung auf Pouilly vor. Der Kampf um diese äusserststarke Stellung gewährte den genannten Abtheilungen in der Thatdie Zeit, noch zur rechten Stunde auf dem Gefechtsfeld einzu-treffen. —
Noch während des Kampfes um das eigentliche Schloss warendie nicht unmittelbar daran betheiligten preussischen Kompagnien,
b Pel. 104. — 2 ) Per. II. 734 No. 7399. — 3 ) D. V 186. — 4 ) NachIV V 187; nach Mignard 1400 Mann.