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■der tiefen Lage der Besitzung und da das vorliegende Feld Görardsich wellenartig vor ihr erhob, vermochte man sowohl von Pouillyaus, als auch von der Nord- und Westseite her aus der Richtungdes Bahndammes oder von der südwestlich davon befindlichenLehmgrube aus nur die oberen Stockwerke des Hauptgebäudes,nicht aber die Abschlussmauern und den Haupteingang an derStrasse nach Langres zu sehen, noch viel weniger eine Art vonGraben, der sich rings um die Umfassung herumzog. 1 ) Es istnach dieser Bodenbeschaffenheit wohl erklärlich, dass die Angreiferbei ihrem Vorgehen gegen die Fabrik von der Hinterthür nichtsbemerkt hatten und in ihren Berichten das Vorhandensein überhauptleugneten. Die 150 m von der Nordwestecke der Fabrik entfernte,fast 200 Schritt lange Lehmgrube diente als Aufbewahrungsraumder mit den Erdarbeiten für die Eisenbahn Dijon-Langres beauf-tragten Gesellschaft 2 ) und wird vermuthlich auch den Boden zumBahndamm geliefert haben. Gegenüber der Westseite der Fabrikauf dem rechten Ufer des Suzonbaches erhebt sich allmählichansteigend die Höhe, auf deren Gipfel das Dorf Fontaine liegt.
Um das für die Sperrung des Zugangs zu Dijon augenblicklichso wichtige und für die Vertheidigung durch Infanterie an undfür sich schon so geeignete Bollwerk noch widerstandsfähiger zumachen, hatten die Garibaldiner sofort nach der Besetzung derFabrik mit allen an Ort und Stelle Vorgefundenen Hilfsmittelneitrigst die erforderlichen Arbeiten begonnen. Vor Allem galt esVorkehrungen für möglichst ausgiebige Feuerwirkung zu treffen. Nichtohne Humor schildert sie Dormoy: 3 ) ,,Unter heiterem Gelärme legendie Franktireurs auf Alles, was sie finden, Beschlag. Brrr! Wie alle
und 243 u. a., über die Lage der einzelnen zur Fabrik gehörigen Oertlich-keiten -widersprechen sich in einem solchen Grade, dass es nicht möglich ist,ein klares Bild zu gewinnen. Für das Verständnis des Kampfes ist esunwichtig zu wissen, aus wie vielen einzelnen Baulichkeiten die Fabrikbestand und wo sie lagen. Hierbei kommt nur die Beschaffenheit derUmschliessung und des Hauptgebäudes zur Sprache: über die erstereherrscht Einstimmigkeit und die des letzteren ist durch eine, währenddes Waffenstillstandes im April 1871 von Mitgliedern des 61. Regimentsveranlasste photographische Aufnahme des Fabrikgebäudes von derAngriffsseite jedem Zweifel entzogen. Insbesondere ist durch sie das inden meisten deutschen Darstellungen, anscheinend aus Unkenntnissgeleugnete, von französischer Seite viellach erwähnte Vorhandenseinder kleinen, allerdings unscheinbaren Hinterthür auf der Angriffsseiteklar erwiesen. Ein absichtliches Verleugnen des Vorhandenseinsderselben von deutscher Seite erscheint ausgeschlossen, da sich durch dieThür allein die später erfolgenden Angriffsversuche begründen lassen.Uebrigens ist nach Dormoys Angabe im 1888 erschienenen 5. Bändchenseiner „Souvenirs d’avant-garde“ Seite 243 diese Thür später zu-gemauert worden. — 0 I). V. 188. — 2 ) LdE. Dr. — 8 ) D. V. 191.