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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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Teufel stinken diese Knochensäcke, diese Tonnen voll Koth, Gedärme-und namenloser Scheusslichkeiten. Man niest mit lautschallenden Lach-ausbrüchen. Die Einen legen Säcke in die Fenster. Andere, fein be-handschuht, rollen die Fässer quer über die Strasse. Andere bringenGerüste längs der Mauern an. Glücklicherweise bestehen die Mauernaus Batzenhau. Mit Hacke, Hammer, Bajonnet, Messer sogar machtsich Jeder sein Schiessloch. Auch Vorgefundene Eisenstangen för-derten die Arbeit, die unter einigen durch preussisches Granatfeuerherbeigeführten Verlusten vor sich ging. So wurden sämmtlichenach Aussen gehende Fenster der beiden oberen Stockwerke desHauptgebäudes mit Knochenkohlesäcken geblendet, welche zwarden Schützen keine wirksame Deckung gegen den Schuss, wohlaber gegen das feindliche Auge gewährten. Auch die Umfassungs-mauern wurden mit Ausnahme der Südseite für eine doppelte Feuer-linie eingerichtet, einmal durch Einbrechen von Scharten in Mannes-höhe von der ebenen Erde aus und ferner durch Errichten einerArt Galerie, indem in gewissen Abständen grosse Kohlensäcke zuHaufen geschichtet und durch darüber gelegte Bretter zum Feuernüber Bank verbunden wurden. Ausserhalb des umschlossenen Fabrik-raumes wurde die Strasse vor dem Haupteingang, ebenso die Gräbendurch Steinhaufen und Barrikaden, welche aus Knochenkohlesäcken,Fässern u. dgl. zusammengestellt wurden, verrammelt. Jede Boden-falte, jede Mauerecke wurde besetzt. Commandant Dunteres mitden Franktireurs der Isere hatte das erste Stockwerk, die savoyischenJäger unter Gapitaine Tappaz das zweite besetzt, an allen Fensternstanden mehrere Leute. Auch in den Dächern der Schuppen hattensich Schützen eingenistet. Von den Vertheidigern der Gebäudemochten etwa 300 Mann an der Westseite der Fabrik, 160 in denSchuppen und an der Mauer der Nordseite vertheilt sein. 1 ) Com-mandant Michard führte den Befehl über das ganze Hauptgebäude.Auf Ricciottis Befehl sollte man die Preussen so nahe als möglichheranlocken (attirer le plus pres possible), 2 ) das Feuer nur aufallerkürzeste Entfernung eröffnen und die Patronen schonen; keinFranktireur sollte schiessen, bevor er Befehl dazu erhalten hätte. 3 )

Bald nach 4 Uhr erhielt Oberst-Lieutenant Weyrach den Be-fehl, das II./61 (3 Kompagnien) im Thale des Suzon vergehen zulassen, nach Baudach 4 ) mit dem besonderen Aufträge, die Unter-stützung des Angriffs des 21. Regiments auf die Fabrikdurcheinen gleichzeitigen Angriff von Westen her herbeizuführen. Nach

!) LdE. l)r. s )Petit,Ni<jois vom 2. November 1896, No. 304.

3 ) T. 95, Sa. 272, Tappaz imEclair 1896. 4 ) Bau. 64.