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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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legenheit des sich von Fontaine aus immer mehr verstärkendenGegners durchaus gelungen. Dem Umstand, dass die 1. Brigadeder Vogesenarmee seit dem Verlust ihres Führers, Generals Bosak,am 21. durch einen Legions-Kommandeur der Mobilisirten, dersich keines grossen Vertrauens bei Garibaldis Truppen erfreuenmochte, vertretungsweise geführt wurde, dürfte es der Zug desLieutenants Schau zu verdanken habeD, dass er der Vernichtungdurch Erdrücktwerden entging; sein Gegner wagte es nicht, that-kräftig zum Angriff vorzugehen, sein Verhalten war ebenfalls nurein hinhaltendes.

Das Bataillon ging inzwischen unaufhaltsam, und so weit esder zähe Lehmboden und die Weinbergsspaliere gestatteten, schnellvor, die entwickelten Schützenlinien des Vortreffens sprungweise.Der über 2000 Schritt breite Kaum zwischen dem Strassenknotensüdlich Valmy und dem Südende des Eisenbahndammes wurdeunter äusserst heftigem Granat-, Shrapnel- und Gewehrfeuer inFront und Seiten im Sturmschritt, zuletzt unter dem Blasen undSchlagen sämmtlicher Spielleute und dem begeisterten Hurrahrufder Mannschaften, zurückgelegt. Besonders die 7. Kompagniestürmte unter ihrem entschlossenen Führer, dem Premier-LieutenantLuchs, der, trotzdem er, wie am 21., wieder durch einen Streifschussverwundet wurde, seiner Kompagnie weit vorauseilte, rücksichtslosvorwärts, warf feindliche Schützen mit dem Bajonnet aus der Lehm-grube 1 ) und gelangte in Verfolgung der sich auf Dijon zurück-werfenden Feinde bis an dieCroix Philippe Leroy. 2 )

Von der Fabrik aus war das Vorgehen und die Entwickelungdes II./61 hinter der Bahnanschüttung nicht unbeobachtet geblieben.Nach der garibaldinisehen Vorstellung muss es unmittelbar nachdem Zurückweichen der Mobilisirten vom Bahndamm stattgefundenhaben, als diese noch in hellen Haufen gegen die Fabrik zurück-strömten. Denn Capitaine Tappaz erzählt 3 ):Wir hätten zurUnterstützung dieser braven Leute nur von unserer Waffe alleinGebrauch machen können, aber wir hätten Freund und Feindgleichzeitig getroffen und so hatten wir den grossen Schmerz,Zusehen zu müssen, wie viele dieser Mobilisirten, von preussischenKugeln getroffen, hinsanken, während sie bestürzt durch dasFeld liefen. Die Deutschen gehen jetzt bis zu dem Damm vor,der vorher von den so eben in die Flucht geschlagenen Mobili-

) Ber. Gl.JItegiments in Kr. A. K. II. 2 2 ) Ja. II. 181. DieseOrtsbezeichmmg ist für Einwohner von Dijon verständlich. 3 ) ImEclair 1896.