Buch 
Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
Entstehung
Seite
385
JPEG-Download
 

385

bis in die Grube nur wenig Leute verloren batte. Die rechte Seiteund der Rücken des Bataillons wurde noch immer durch den Zugder 6. Kompagnie unter Lieutenant Schau gedeckt, welcher, imSuzonbett den Bewegungen des ersteren folgend, daselbst westlichder Lehmgrube sich eingenistet hatte. Wenn auch durch seineAnwesenheit das Bataillon von dieser Seite her vor unmittelbarenAngriffen zunächst bewahrt blieb, so gestaltete sich doch geradedadurch allmählich die Lage für beide Theile sehr ungünstig.Bei den kurzen Abständen zwischen Fabrik, Lehmgrube und Suzon-bett von je etwa 150 m schlugen zahlreiche, zu weitgehende Ge-schosse, die aus der Fabrik gegen die Grube gerichtet waren, inden Rücken der Mannschaften des Lieutenants Schau und umge-kehrt trafen Geschosse der gegen Letzteren feuernden Schützen-ketten am Abhänge von Fontaine die Vertheidiger der Lehmgrubevon hinten; beide Abtheilungen litten ausserdem durch das Feuernvon St. Martin her in ihren Seiten. Das II. Bataillon befand sichsomit mit allen Theilen im Kreuzfeuer und in einer Lage, die aufdie Dauer nicht zu ertragen war.

Wie lange der Aufenthalt des Bataillons in der Grube ge-dauert hat, ist schwer zu bestimmen. Nach dem Gefechtsberichtdes Premier-Lieutenants Luchs soll dieses nach drei Seiten unter-haltene Feuergefecht, welchesan Heftigkeit kaum seines Gleichenfand, ungefähr eine Stunde gedauert haben. Die Angaben im Be-richt Kettlers,*) dass das Bataillon drei Mal gegen die Fabrikvorgestürmt, bis auf 15 Schritt an sie herangekommen, durch dasfurchtbare Feuer der mit Repetirgewehren bewaffneten Besatzungund der Schützen von St. Martin aber zurückgeschmettert wordenwäre, erhält durch den Bericht des stellvertretenden Bataillons-führers, Premier-Lieutenants Luchs, i) 2 ) nur eine bedingte Bestätigung,insofern als Letzterer nachseinemEintritt in die Grube keinenweiteren Angriff, als den später der 5. Kompagnie übertragenen unter-nahm. Rechnet man den oben geschilderten Vorstoss der 7. Kom-pagnie als Angriff auf die Fabrik, so sind demnach im Ganzenseitens des II. Bataillons deren zwei erfolgt. Damit dürften diemehrfachen, von Henning 3 ) erwähnten Sturmversucheaus der Lehmgrube bis dicht an die Mauern derFabrik, welche von Premier-Lieutenant Luchs selbst angeführtworden sein sollen, in seinem Bericht aber unerwähnt bleiben, indas Gebiet einer durch das Kampfgetöse lebhaft erregten Ein-bildungskraft angeblicher Augenzeugen zu verweisen sein, nicht minder

i) Kr. A. F. III. 51? 8. 380 ff. - 2 ) Ebd. K. III. 43 n. - 3 ) II. 208.

25