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seine, durch keinen französischen Bericht begründete, und auch vonAugenzeugen, wie Lieutenant Gladisch, nicht bestätigte Erzählungvon einer aus Fontaine querfeldein der Fabrik zustrebenden feind-lichen Abtheilung, deren tapferem Führer es allein gelang, stolzund unversehrt sein Ziel zu erreichen — von welchem Augenblickean sich eine wesentlich grössere Thätkraft unter den Yertheidigernder Usine Bargy geltend gemacht haben sollte.
Kaum hatte Premier-Lieutenant Luchs die Fahne an die5. Kompagnie abgegeben, als der Bataillons-Adjutant, Lieutenantv. Puttkamer I., längs des Bahndammes zu Pferde in der Grubeerschien und dem Premier-Lieutenant Luchs Mittheilung von devVerwundung des Hauptmanns Kumme machte. Luchs übernahmhiermit als ältester Offizier die Führung des Bataillons. Verantwort-lich für das Schicksal des letzteren, war er sich darüber klar, dassein längeres passives Ausharren in der Lehmgrube unter dem drei-fachen Kreuzfeuer des Feindes mit baldiger Vernichtung gleich-bedeutend wäre. Ein Ausweg musste gefunden werden und zwarnach vorwärts — jener nach rückwärts hätte kaum geringere Opfergekostet. Er ertheilte daher bald nach Uebernahme des Kommandosdem Premier-Lieutenant Weise den Befehl, sich mit der 5. Kom-pagnie in den Besitz der Fabrik zu setzen. —
Wir kommen nun zu dem Kampfe, der seiner Zeit und späterbis zum heutigen Tage so viel Aufsehen erregt hat und von Fach-männern und Laien allerseits vielfach besprochen und untersuchtist, der Kampf, in welchem das II./61 das Unglück hatte, seineFahne zu verlieren, die einzige im ganzen Kriege in Feindes Handgefallene preussische Fahne. Ungeachtet aller Untersuchungen undBerichte ist der Vorgang im Einzelnen noch immer nicht völlig auf-geklärt und wird voraussichtlich für alle Zeit in einem gewissenDunkel gehüllt bleiben, aus dem einfachen Grunde, weil auf preussischerSeite die Theilnehmer, so weit sie Offiziere sind, sämmtlich dabei ge-tödtet, später verstorben oder schon vor der Entscheidung so schwer ver-wundetwaren, dass sie davon nichts mehr wahrgenommen hatten. DieOffiziere der 6. und 7. Kompagnie waren während des Angriffs der 5., wie.wir sehen werden, nach der Richtung von St. Martin so lebhaft in An-spruch genommen, dass sie den ersteren nicht hatten beobachtenkönnen. Diejenigen Unteroffiziere und Mannschaften der 5. Kom-pagnie, welche aus dem Kampfe zurückgekehrt wareD, hatten eines-theils von dem Schicksal der Fahne nichts bemerkt, weil sie nichtin ihrer unmittelbaren Nähe waren, oder ihre Aussagen waren sounsicher und einander widersprechend, dass ein scharfes Bild aus