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worauf dieser durch mehrere Schüsse in den Kopf und in das Herzgetödtet wurde.“
Bei den nach Einnahme von Dijon im Anfang Februar vonpreussischer Seite angestellten Nachforschungen nach dem Verbleibder Fahne wurden an Ort und Stelle folgende Bestandteile der-selben, z. Th. auch in Händen von Bewohnern, wieder aufgetunden:eine Quaste der Banderole der Fahne in Silber und schwarzerSeide, ein etwa 2 Zoll langes Stückchen, silber- und schwarzgestreiftesFahnenband und 5 Stückchen schwarzes Seidenzeug vom Fahnentuch. 1 )Nach dem Bericht über die Niederlegung der Fahne im Invaliden-Hötel zu Paris -) hatte die Fahnenstange 34 cm oberhalb derBruchstelle noch die Spur von einer Gewehrkugel. Eine Offiziers-
*) Der als Brigadeführer während des Krieges abkominandirteOberst v. Wedell, Kommandeur des (1t. Kegiments, hatte überdas Auflinden der Beste der Fahne und die damit zusammen-hängenden Nachforschungen unter dem 2. Mai 1871 einen Bericht# (Kr. A. K. II 10, S. 80) aufgestellt, dem wir Nachstehendes ent-nehmen : Ein „Arbeiter wollte während des Gefechts am 23. Januar er.in der Knochenfabrik gewesen sein; er wollte auch gesehen haben,wie eine Abtheilung, mit fliegender Fahne voran, aus der in derNähe liegenden Kiesgrube vorgedrungen, dass die Fahne nahe derFabrik mehrmals gefallen und wieder erhoben sei und dass bei derselbenein Offizier gewesen sein müsse, weil diese Person eine Schärpe getragenhabe. Auf Befragen, wie der Offizier die Schärpe trug, bezeichnete ersie durch eine Handbewegung von der rechten Schulter nach der linkenHüfte als die Schärpe eines Adjutanten. Der Arbeiter sagte aber auchdabei, dieser Offizier sei dort, wo er die Fahne wiederholt habe fallensehen, liegen geblieben. Der Arbeiter musste hiernach den aL Adjutantenbeim I. Bataillon fung-irenden Sekond-Lientenant v. Puttkamer I. gesehenhaben. Ob v. Puttkamer I. bei seinem Fallen die Fahne in der .Handgehabt, das vermochte der Arbeiter nicht anzugeben. Die Stelle, auf derder Arbeiter die Fahne fallen gesehen haben will, ist durchschnittlich50 bis 60 Schritt von der Fabrik entfernt.“ An dieser nämlichen Stelle■war die Quaste von einem neunjährigen Knaben gefunden worden. (Die-selbe wurde durch Allerhöchste Kabinets-Ordre vom 9. August 1871 amBande der neu verliehenen Fahne wieder befestigt.)
Das Stückchen Fahnenband hatte Sekond-B ieutenant v. Witzleben,damals 1. Adjutant bei der Etappen-Inspektion II. Armeekorps, welchersich der Nachforschungen nach der Fahne mit grossem Eifer annahm,von einer auf der Fabrik beschäftigten Arbeiterin erhalten. „Sie hattegesagt, es rühre dies Stückchen Band von einem in der Nähe der mehr-genannten Fabrik gefundenen längeren Bande her, das man sich damalsziun Andenken getheilt.“ Das in dem nahegelegenen Gelände thätig ge-wesene F. 21 hatte weder Fahnenquaste noch Band verloren. SorgsameUntersuchungen und Vergleiche bewiesen unzweifelhaft, dass die ge-fundenen Beste von der Fahne des II./Gl wirklich herrührten. — Zweikleine Stückchen schwarzen Seidenzeuges hatte v. Witzleben von einerMadame Gules. in der Fabrik Creux-Fremiet (der erwähnten Knochen-kohlefabrik bei Pouilly) wohnhaft, erhalten. Angeblich hatte ihr kleinerSohn die Stücke an der Stelle gefunden, auf der seiner Zeit die Fahneaufgehoben worden sein soll. Premier-Lieutenant Luchs übergab am11). April dem Oberst v. Wedell bei seiner Bückkelir von seinen Nach-forschungen zu Dijon, weitere drei Stückchen schwarzen Seidenstoffs,welche er am 15. April auf der Stelle gefunden hatte, die der erwähnteArbeiter als Fundstelle der Fahne bezeichnete. — ' 2 i LdE. Dr. II.