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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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für die Ostarmee unfehlbar nach sich ziehen musste, nicht ingenügender Weise klar gemacht hatte.

III. War Garibaldi im Stande, seinen Auftrag mit Erfolg durch-

zufiihren ?

Es war ein schwerer Fehler, dass bei den Abmachungen überdie Aufgabe Garibaldis, welche am 23. Dezember zwischen Frey-cinets Vertrauensmann de Serres und Bordone zu Autun statt-fanden, nichts Schriftliches niedergelegt wurde, wodurch das Kriegs-Ministerium Garibaldi hätte festnageln können. Denn mit aalglatterGeschmeidigkeit verstand es Bordone stets, durch seine gewandteDialektik zu entschlüpfen und sich den an ihn gestellten An-forderungen zu entziehen. So ist nicht mit unumstösslicher Sicher-heit festzustellen, auf welche einzelnen Punkte sich die letzterenerstreckt hatten. De Serres sagte vor dem Untersuchungs-Ausschussaus, 1 )man wäre bei den Besprechungen zu Autun darüber einiggeworden, dass der General nicht allein die Vertheidigung der StadtDijon übernehmen würde, wenn sie angegriffen werden sollte,sondern auch ganz besonders den Schutz des gebirgigen, Dijon vonLangres trennenden Geländes, und an anderer Stelle, 2 ) Garibaldihätte es zugestanden,die Uebergänge (passages) und grossartigenStellungen, welche die Linie Dijon-Langres in dem gebirgigenGebiete (massif) zwischen diesen beiden Städten bilden, zu be-setzen und zu vertheidigen . . . .Es war ganz bündigabgemacht, 3 ) dass, während die Armee des Generals Bourbaki dieOgnonlinie überschritte und auf dem äussersten rechten Flügel inder ßichtung auf Vesoul hinaufzöge, um dann auf Beifort ab-zuschrägen, Garibaldi Alles thun sollte, um die Linie zwischenDijon und Langres festzuhalten (conserver) und um die linke Seitedes Heeres zu decken, so lange Bourbaki nicht die Höhe vonVesoul überschritten hätte. Es ist weder mir noch irgend Jemandem,der sich in Betreff der Operation auf dem Laufenden befand, in denSinn gekommen, dass es anders gewesen wäre.

Freycinets Aussage 4 ) stimmt damit überein: GaribaldihatteBefehl, Dijon zu halten, was er gethan hat; aber er hatte gleichfallsBefehl, so weit es irgend möglich war (dans la mesure du possible),die Truppendurchmärsche, welche sich oberhalb Dijons vollziehenkönnten, zu verhindern.

De Serres Angaben sind zweifellos richtig; es liegt in derNatur der Sache, dass er, der berufen war, als Berather Bourbakis

>) Per. II. 133. Ebd. 152. - 3 ) E. p. IIL 04. - 4 ) Ebd. 21.