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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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Befestigungen ebenso, wie die übrigen Saöneübergänge, verstärktund mit einer Anzahl schwerer Geschütze versehen konnte derVogesenarmee als geeignete Basis für ihre mobilen Kolonnendienen, die berufen waren, den deutschen Truppen, welche in denvon Westen nach Osten streichenden Gebirgsthälern gegen dieLinke der Ostarmee vorzumarschiren versuchen würden, einenDamm entgegenzusetzen. Von diesem Punkt aus liess sichnöthigenfalls in einem späteren Zeitraum eine Vertheidigung derSaönelinie leiten; die zahlreichen von dort ausgehenden Strassen ge-währten die Möglichkeit, in mehreren Kolonnen hinter den Ognonzurückzugehen, um hier eine neue Vertheidigungsstellung zu nehmen.Wurde auch diese unhaltbar, so war unter dem Schutze vonBesan^on und Auxonne ohne Schwierigkeit die dritte Verth eidigungs-linie, der Doubs, zu erreichen. Wenn man bedenkt, dass die deutscheSüdarmee sich fast ohne Schwertstreich in den Besitz aller dieserStellungen setzte, so erkennt man, dass, wenn die Vogesenarmeehinter jeder einzelnen den Gegner auch nur einen Tag aufgehaltenhätte, Bourbaki Zeit bekommen haben würde, die Doubslinie zuerreichen und dem Untergange zu entgehen.

Dadurch dass das Kriegs-Ministerium Garibaldi nach Dijon rückenliess, ihn zum Festhalten dieses Platzes verpflichtete und die Zu-sendung der versprochenen schweren Festungsgeschütze verzögerte,legte es selbst ihn dort fest: denn der begründete EinwurfBordones, ohne Artillerie könne er Dijon den Mobilisirten alleinzur Vertheidigung nicht überlassen, genügte, der Unbeweglichkeitder Vogesenarmee als Vorwand zu dienen.

Besassen aber die Streitkräfte zu Dijon überhaupt die Be-fähigung, ihrem Aufträge gerecht zu werden? Wir haben gesehen,dass sich um die Mitte des Januars die in der Cöte d'Or befind-lichen Truppen unter den Generalen Garibaldi und Pellissier zu-sammen auf rund 40000 Mann, ziemlich gleich unter beiden getheilt,bezifferten. In seinem Brief an Fabrizzi ! ) erklärte Garibaldi, dasssich in der Vogesenarmee, ausser 7 bis 8000 Mann mit wenigArtillerie, keine Truppen befunden hätten, auf die er sich hätteverlassen können, weil sie zu jung, schlecht bewaffnet und nochschlechter zum Kämpfen aufgelegt gewesen wären. Wenn auchnach den in den Gefechten um Dijon beobachteten Leistungen derTruppen diese Zahl etwas zu niedrig gegriffen zu sein scheint, sodürfte doch die Ziffer von 10000 für die den Kern der Armeebildenden italienischen und spanischen Truppen und die grösseren

i) Bo. 419.