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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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Bourbaki mit allen seinen Geschützen, mit allen seinen Schwadronenund mit der Gunst Gambettas sieht, wie die Preussen sich um ihnherumschlängeln, wollt ihr, dass ich Italiener meine Söhne rmdwas mir von Freunden übrig bleibt, in einer nutzlosen Schlacht unterfurchtbarem Missverhältniss würgen lasse ? Also verletzteEitelkeit!

Diese Auslassung giebt Anlass zu denken, wenn man erwägt,dass sie durch den Mund eines Anhängers Garibaldis mitgetheiltwird. Oder hielt es Herr Professor Dormoy vom Colbert für zeit-gemäss, nachdem der tapfere Italiener zu seinen Vätern versammeltwar und sich sein Vaterland zu Frankreichs Feinden geschlagen,den französischen Vaterlandsfreund kräftig herauszukehren und demtodten Helden den Eselstritt zu versetzen? Oder beruht die Ge-schichte überhaupt nur auf Gerede? Dormoy hütet sich wohl zuerklären, dass er mit eigenen Ohren jene Aeusserung ausGaribaldis Munde vernommen hätte!

Nicht soweit geht Lehautcourt'), aber er bewegt sich doch inderselben Richtung, wenn er annimmt, dass die Regierung, weilsie die der Vogesenarmee am 16. Dezember genehmigte Ausführungdes Vormarsches in die Vogesen im Interesse der Operation derOstarmee wieder zurückgezogen hatte, Garibaldi und vornehmlichBordone in ihrem Stolz und ihrer Eitelkeit schwer verletzt hätte.Man braucht die Beweggründe zu ihrer so eigenthümlichen Haltungwährend des Endes Dezembers und der ersten Hälfte Januars garnicht weiter zu suchen. Sie nehmen nur widerwillig Theil, wennsie sich bei unserer allgemeinen Vorwärtsbewegung nach Dijonbegeben. In Dijon selbst bleiben sie unthätig, anstatt Demonstra-tionen nach Norden hin, wie es verabredet war, zu machen. Sielassen endlich unter ihren Augen die Korps Manteuffels vorbei-marschiren, ohne etwas zu unternehmen, um ihren Marsch zuverzögern. So trugen erbärmliche Personenfragen zu dem Verderbenbei, in dem die Ostarmee scheitern sollte.

Wir sind jedenfalls geneigt, die Annahme, Garibaldi habeböswillig die Ostarmee nicht unterstützt, zu verwerfen. Sowenig wir für seine politische Anschauung eingenommen sind, undso sehr wir seine Ziele in das Gebiet unreifer und unklarerSchwärmerei verweisen müssen wir schätzen doch die An-ständigkeit seiner persönlichen Gesinnung sehr hoch,welche ein langes, wechselvolles Leben bewiesen hat und ohne dieer für sein Vaterland, getragen von der Verehrung eines ganzen

i) L. N. G9.