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sie vielfach mit Erfolg zu seiner Anschauungsweise zu bekehren,so führte ihn hei Annahme des zweiten Falles seine eitle Unfehl-barkeit zur Erstattung falscher Meldungen. Er wusste Garibaldivon der Richtigkeit seiner Ansichten zu überzeugen; dieser handeltejedenfalls bona fide, wenn er die letzteren dem Kriegs-Ministergegenüber ebenfalls vertrat. Bordone musste diesem aber die Un-thätigkeit der Yogesenarmee verständlich machen, was er anfangsdurch Entstellung und unrichtige Auslegung eingehender Meldungen,später durch andere Ausreden zu erreichen suchte. Bald war esmangelhafter Zustand der Bewaffnung, bald die Entblössung Dijonsvon Artillerie, bald die Nachricht von Annäherung irgend einerpreussischen Kolonne, was den Vorwand abgab, sich gegen Unter-nehmungen ablehnend zu verhalten. Die Bedrohung Grays leugneteer anfangs mit frecher Stirn ab, indem er wortklauberisch vorgab,die deutschen Bewegungen seien nicht gegen Gray, sondern gegenOsten gerichtet. Auf Bombonels Hilferufe' entgegnete er, manhätte ihn doch nicht zur Y e r t h e i d i g u n g an die Saöne gestellt,sondern nur zur Aufklärung und rieth ihm höhnisch, er sollte sichdoch an diejenigen um Beistand wenden, die ihn dorthin geschickthätten. Auf Freycinets direkte Frage an Garibaldi, ob er die Stadtvertheidigen wolle oder nicht, antwortete Letzterer kurz und ver-neinend: wenn er Dijon halten sollte, könnte er Gray nicht besetzen.Und Bordone wiederholte noch am 17. Abends, dass an eine Be-drohung dieser Stadt nicht zu denken und die Räumung des Bahn-hofs einfach „stupide“ gewesen wäre! Er „leugnete klar und ein-fach die Schwere der Lage, that, als wüsste er nichts von Man-teuffels Marsch und fuhr mit seiner gewöhnlichen Frechheit fort,die Behörden zu denunziren und der Kleinmüthigkeit und Unfähig-keit anzuklagen . . . .‘ ll )
Vielleicht ist es Bordone erst später durch den Bericht .Perrotsan den Parlaments-Ausschuss klar geworden, was denn eigentlichvon der Vogesenarmee angesichts des Flankenmarsches der deutschenSüdarmee verlangt wurde und verlangt werden musste. Stellt erdoch ganz unbefangen in seiner Antwort auf den Bericht die Frage:„Nahmen die Herren Freycinet, de Serres und Bourbaki, welchealle diese Nachrichten (über den Anmarsch des II. und VII. Korps.A. d. V.) hatten, wirklich an, dass w i r das Alles aufhalten sollten,und dass die Preusseii nicht bald in der linken Seite und im Rückender Ostarmee sein würden, nachdem sie uns, wenn sie auf uns ge-stossen wären, wie einen einzigen Bissen schleunigst hinunter-
] ) Th. 541, Per II. 669 No. 746.