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Der 10. August 1792 mit besonderer Rücksicht auf die Haltung des Schweizer-Garderegiments / von Dr. August von Gonzenbach
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stärker in ihr, als ein tiefes Gottvertranen. Durch Bil-dung war Marie Antoinette nicht ausgezeichnet. Siehatte in ihrer Jugend jede Anstrengung gescheut; späterfühlte sie selbst das Bedürfniß ernster Lektüre, wozu sieihre Mutter unablässig aufforderte, kam aber nie rechtdazu. Als Dauphine wollte sie nur Französin sein undmußte sich von ihrer Mutter den wiederholten Tadelgefallen lassen, daß sie den wahren Werth der deutschenNation nicht gehörig zu würdigen wisse. Ihre eigeneFamilie hatte die Tochter der Kaiserin von Jugend auffür die höchste gehalten; bei Anlaß einer dießfälligenUnterredung mit ihren beiden Schwägerinnen von Pro-vence und von Artois vernahm die Dauphine nichtohne Befremden, daß diese Recht hätten zu behaupten,sie seien als savoyische Prinzessinnen von älterem Hause,als Marie Antoinette .

Auch politisches Verständniß hatte die Königin, ob-schon sie sich sehr viel mit Politik beschäftigte, iin Grundenicht.

Frauen urtheilen überhaupt in der Politik wie inallen andern Verhältnissen mehr mit dem Herzen alsmit dem Kopf. Sie ehren und achten nur diejenigen,die sie lieben, und schenken nur diesen ihr Vertrauen.Ist es sich daher zu verwundern, wenn Marie Antoinette das Regierungssystem ihrer Mutter, der Kaiserin MariaTheresia , und des Ministers derselben, Kauniz, als dasweiseste und beste galt, und Alles, was davon abwich,als gefährliche Neuerung? Daß ein Theil des franzö-sischen Adels aber für den tisre purti und die Ideender Revolution Partei ergreifen konnte, ging über ihrenHorizont und blieb ihr darum geradezu unverständlich.

In solchen Adeligen sah sie nur Verräther an ihrem