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König und ließ sie ihre Abneigung fühlen. „Lieberuntergehen, als durch Lafayette gerettet werden," hattesie einst gegen ihre Schwägerin Madame Elisabeth ge-äußert, und die Königin hat Wort gehalten!
Wenn Minister, Gesandte und Mitglieder der Natio-nalversammlung im Laufe der Zeit großen Werth darauflegten, sich mit ihr zu verständigen, so geschah dieß nicht,weil die Königin leichter faßte und richtiger urtheilteals der König, sondern namentlich deßhalb, weil ihrWille stärker war; man hoffte durch sie den König inderjenigen Richtung festhalten zu können, die man alsdie richtige erkannt zu haben glaubte.
Dieß der Grund, weßhalb namentlich Mirabeau sosehr gewünscht hatte, der Königin sich zu nähern.
Viele Leiden aber hat sich Marie Antoinette durchUnvorsichtigkeit in ihren Reden und Handlungen, durchzu große Offenheit und Hingebung Unwürdigen gegen-über zugezogen, sowie durch die Gabe, Schwachheitenund Lächerlichkeiten bei Andern schnell zu entdecken, wo-durch sie bei all ihrer Gutherzigkeit Viele verletzte.
Marie Antoinette war eine äußerst zärtliche Mutter.Ihre Instruktion au Madame Tourzel, Oouverrmnts ckasentunts äs Brunos, ist ein wahres Meisterstück in seinerArt und zeugt von ebensoviel Verstand als Herz undvon seltener Menschenkenntuiß*).
Gegen den König, bei dessen unselbständigem Cha-rakter sie unendlich leiden mußte, war die Königin vollerRücksichten. Ein einziges Mal erlaubt sich Marie Antoi-nette in ihrer Korrespodenz mit dem Grafen Mercy, dem
Siehe Sammlung der Korrespondenz Marie Antoinctte'svon Hunolstein.