54 Das Thal Glarus unter Seckingen u. Oestr.
Lämmerzehnten im ganzen Thale 50 ). Mit diesen begnügte sichindessen Rudolf Schudi nicht, sondern erhob fortwährendeKlagen über den Verlust des Meieramtes, wahrscheinlich auchbei dem neuen Könige Rudolf von Habsburg, dem mächtigenKastvogte des Stiftes. Um diese Reschwerden zu beseitigen,schenkte ihm die Aebtissin den 31. Juli 1274 5< ) die GrundstückeHof und Rüel, am Fusse des Glärnisch bei Glarus gelegen, zufreiem, echtem Eigenthum. Schudi gelobte dagegen, von allenAnsprüchen auf das Meieramt abzustehen, und stellte Rürgendafür.
Nicht lange Zeit blieb die Familie von Windeck im Resitzeder Meierei zu Glarus. Gewöhnlich wird zwar nach A e g.Tschudi’s 55 ) Vorgänge angenommen, dass erst im Jahr 1308Meier Hartmann von Windeck dieselbe den Herzogen vonOesterreich verkauft habe. Indessen wird man schon, wennman die von Tschudi mitgetheilte Urkunde nur aufmerksamliest und mit andern Kaufbriefen aus dieser Zeit vergleicht,linden, dass hier nicht von einem Kaufe, sondern bloss voneiner ausdrücklichen Verzichtleistung die Rede ist. Damit stimmtnun auch eine von van der Meer benutzte Urkunde 53 ) überein,welche sich in einer beglaubigten Abschrift im Stiftsarchive zuSeckingen vorfand. Nach dieser wurden nämlich schon am5. April 1288, nach dem Tode des Meiers von Windeck, ohneZweifel des uns bekannten Diethelm’s n ), die Herzoge Albrechtund Rudolf von Oesterreich , Grafen zu Habsburg und Kyburg,
20 ) Derselbe wurde im Jahr 1370 von Johannes Schudi seinemSchwager Dietrich Kilchmatler verkauft (Urk. im Anhänge No. IX),und von den Erben dieses letztem dem Hause Oesterreich als Lehenaufgetragen. Dieses verlor ihn, nebst andern Rechten im Lande Glarus,durch den Freiheitsbrief König Sigmunds von 1415, bei Tschudi II.S. 19. — 2l ) Urk. in der T. U. S. (Anhang No. IV). — **) Chronik 1.S. 244. - 23 ) Anhang No. VI. — 24 ) Diethelm von Windeck, der nochin einer Urk. v. 1290 (Herrgott No. 657) vorkömmt, war ohne Zweifelein Edler aus dem Geschlechte Windeck, das seine Burg bei Wald imCant. Zürich hatte (.Stumpf S. 474), welcher auch bei Neugart No. 1036(J. 1286) genannt wird. — Ueber unsern Meier Diethelm vergl. v. Arx1. S. 546 und Herrgott No. 488 und 500.