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II.

Halle im Jahr 1405 ein Treffen bei Wolf-halden statt oder nicht?

Von

J. C. ZELLWEGER.

Als ich in meiner Geschichte des Appenzellischen Volkesden Krieg des Herzogs Friedrich von Oesterreich mit den Appen-zellern beschreiben sollte, fand ich in den gedruckten Geschich-ten der Eidgenossenschaft so viele Abweichungen in ihrer Er-zählung, als ich Autoren berielh. Ich fasste nun den Entschluss,alle Quellen aufzusuchen, und nach einer kritischen Sichtungderselbigen sie ganz unabhängig von den früheren Autoren zubeschreiben. Dieser Aufsatz wird es klar machen, dass dieDarstellung der Gründe, die mich bewogen, sie zu erzählen wieich es that, die Grenzen einer Note überschritten hätte. Ichbegnügte mich daher, die Quellen anzuführen, die ich benutzthatte. Aber Herr Henne und Herr Merkle nahmen sich dieseMühe nicht und erzählen wieder diesen Krieg, so wie sieglaubten, den frühem Erzählern mehr oder weniger folgen zusollen. Dieses machte mehrere Freunde der Geschichte stutzen.Sie begehrten von mir die Gründe meiner eigenthümlichen Dar-stellung zu erfahren, was mich nun bewegt, sie hier demPublikum mitzutheilen.

Tschudi besass eine handschriftliche Chronik eines Oester-reichers, die ihm für diesen Krieg als Quelle diente. Ich willnun zuerst seine Beschreibung mittheilen, weil ihr, wie esscheint, alle die, welche .nur von zwei Schlachten reden, ge-folgt sind: