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Treffen bei Wolfhalden im Jahr 1405.
»von Feltkilch lxxx man kament um«
»Her Sigmund von schlandensperg ob der Etsch was Vogtze Feilkilch Gosswig von Emps Ulrich von Rosenberg vonBernang uss dem Rintail, Hanns von sechen, Walther vongachnang Richtelzhoffer von Bernang uss dem Rintail Laurentzvon Sail was Schultheiss Ze Winterthur, Oschwald von sanntJohann.«
Beim ersten Blick sieht man aus dieser Erzählung, dassetwas darin mangelhaft ist, weil keine Ursache des Abzugesdes Herzogs von St. Gallen angegeben ist, als wäre er mit demeinzigen Vorsatz gekommen, die Umgegend von St. Gallen zuzerstören. Vergleichen wir aber diese Erzählung mit den andernQuellen, so sehen wir, dass Thatsachen, die an unterschied-lichen Orten statt fanden, hier unter einander geworfen sind *).
Tschudi folgt ganz dieser Quelle, nur fügt er noch bei derSchlacht am Stoss hinzu, dass die von Winterthur und Feld-kirch ihre Panner verloren.
Wir fügen hier noch Tschudi’s Urtheil über diese Chronikbei, das auf dem Blatt vor dem Beginn der Chronik von ihmeigenhändig aufgeschrieben ist.
»It. Der, der dise nachvolgende Cronik gedieht hat, Tuttan vil Orten den Eidtgenossen ungütlich und unfründtlich mitettlichen unglimpfen, die er an ettlichen ortten von Inen schribt,Doch ist er ein guter Oesterreicher gsjn und sinem Herrenschuldig, für glimpf darzuthun, er hetti Recht oder Unrecht,darumh er nit ze schelten ist.«
Dieser Grundsatz, den Tschudi als edel und recht rühmt,giebt uns einen Massstab für die Beurtheilung der damaligenGeschichte und erklärt uns, warum noch viel später Autorengestraft wurden, die eine schlechte Handlung ihrer Landsleutebeschrieben.
2 ) Handschrift ohne Titel noch Namen des Autors, welcher dieBegebenheiten bis 1468 erzählt und also wahrscheinlich um diese Zeitmag geschrieben worden sein. Sie ist eingebunden im Band No. 645und findet sich auf der Stiftsbibliothek zu St. Gallen, welche sie ausdem Nachlasse des Aegidius Tschudi an sich brachte.