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Treffen bei Wolfhalden im Jahr 1405.

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Wahrscheinlich folgten auch Vadian und Marx Haltmeyerder ältere, wie viele andere, ja sogar noch lebende Autorendiesem Grundsatz, und ersterer benutzte vielleicht die nämlicheQuelle, da er in seiner Erzählung ganz derselben folgt und nurnoch beifügt, dass die St. Galler das Panner von Schaffhauseneroberten, welches zu seiner Zeit noch auf dem Brühlthurmverwahrt sein sollte. Dass Hartmann auch seinen Vorgängernfolgte, ist leicht erklärbar, weil er weder Zeit noch Mittel hatte,seine Geschichte auf Quellenstudium zu stützen, weil ihm eineZeit vorgeschrieben war, innert welcher sie beendigt sein sollte.Er erkannte selbst die Mangelhaftigkeit seiner Geschichte undsagte oft, sie würde anders, wenn er sie wieder schreiben müsste.Ildephons von Arx ist weniger zu entschuldigen, weil er indem Archiv, dessen Vorstand er war, seihst andere Quellenhatte, die er vielleicht nicht einmal kannte, wenigstens nichtbenutzte, sondern sich auf die erwähnte Quelle und auf Vadianund Schodeler beschränkte s ).

Da Herr Professor Henne seine Geschichte nur für das Volkschrieb, so hätte man es ihm können ungerügt lassen, wenner sich des Quellenstudiums entmüssigt hätte, aber da er esselbst ausgesprochen hat, er habe die Quellen benutzt, so istes ihm nicht zu verzeihen, dass er die Quellen, die ich inmeiner Geschichte bezeichnete, namentlich diejenigen, die indem Archive sind, dem er Vorstand, nicht benutzte, dass ermeine citirten Urkunden und die Freiburgischen von Schreibergar nicht berieth, und sich begnügte, die Quelle, welche Tschudihatte, und Vadian zu benutzen *).

Bevor ich meine Meinung begründe und die Bahn nachweise,die ich bei meinen Untersuchungen befolgte, möchte ich nochdie Leser daran erinnern, dass Ital Beding der ältere, die Seeledes Appenzellischen llathes, den Krieg mit Oesterreich schon1404 vorsah, und weil Schwyz, als Theilhaber des Friedens derEidgenossen mit dem Herzog, an dem Krieg nicht öffentlich

3 ) Seine Geschichte des Cantons St. Gallen Bd. II. S. 130, N. a.4 ) Schweizer-Chronik, drittes Buch 1841. S. 501.