IV
rigen Stellen des Griechischen Originals zugänglicher gewordenseien.
Wir haben den Versuch einer neuen Bearbeitung und Ue-bersetzung ins Deutsche gewagt und dieser Arbeit eine Reihevon Jahren mit Ernst und Eifer obgelegen. Durch die Ver-einigung unserer Kräfte zur Bewältigung der sprachlichen undsachlichen Schwierigkeiten durften wir hoffen, neue Gesichts-punkte in der Commentirung und Auffassung des vorliegendenWerkes zu gewinnen, und wir glauben unsern Vorgängerngegenüber das Verdienst in Anspruch nehmen zu dürfen, mitgrösserer Strenge in der Kritik verfahren zu sein.
Diese Kritik erstreckt sich erstens auf die Echtheit desTextes — eine Frage, welche bisher kaum aufgeworfen wordenist, welche aber für uns das Resultat gehabt hat, dass wir fastein Drittel des ganzen Werkes als nicht von Ari-stoteles verfasst ansehen müssen. — Sie erstreckt sichzweitens auf die zu Gebote stehenden Lesarten unter steterBerücksichtigung des Zusammenhanges und des Sinnes; wirhaben sowohl die handschriftlichen Varianten, welche die Litera-tur dem imponirenden Fleisse JmmanuelBekkers verdankt,als die Lesarten der Ausgaben sorgfältig erwogen und bietendem Leser zur Begründung unserer Kritik, so wie zu weiterenUntersuchungen ein Material, wie es bisher noch nicht beisam-men gewesen ist. — Unsre Kritik erstreckt sich drittens aufdas Sachliche: wir haben in Bezug auf Thierbestimmungen undVerständniss der Ausdrücke für Organe u. s. w. mit grösstemFreimuthe festzustellen gesucht, was zu verstehen ist, und wasnicht, und haben der äusserst laxen und verschwommenen Kritikder Beobachtungen des Aristoteles, welche ihm selbst zumgrössten Schaden gereichte, ein Ende gemacht. Mit Ausnahmeeiniger specieller Abhandlungen können wir nur Jürgen BonaMeyers Werk von dem Vorwurfe freisprechen, dem Aristoteles