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Das Junge Deutschland und die preussische Censur : nach ungedruckten archivalischen Quellen / von Ludwig Geiger
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Wirken erschwert, theilweise verhindert hatten. Der Bannhatte acht volle Jahre auf ihm geruht, anderthalb Jahrelänger als auf seinen Genossen Mundt und Laube. Undeigentlich war es nur ein Zufall, das Bekanntwerdeneiner Ordre, die man zurückzuhalten wünschte, sodann dieredliche Treue, die der König dem einmal ausgesprochenenWorte wahrte, welche diese peinliche Angelegenheit beendeten.Wäre es nach den Ministern gegangen, so hätte Gutzkowwegen angeblicher neuer Sünden unter den alten Beschrän-kungen noch lange zu leiden gehabt.

Der Einzige, der konsequent blieb, war Wienbarg. Frei-lich, er war unter Allen der wenigst fruchtbare Schriftsteller,zumal ein solcher, der, je älter er wurde, das politische, reli-giöse und sittliche Gebiet kaum mehr streifte. Nach seinenAnfängen, von denen oben berichtet wurde, in denen er alsChorführer aufgetreten und als gefährlicher Gegner derstaatserhaltenden Ideen erschienen war, wurde er kaum mehrbehelligt. SeinTagebuch von Helgoland" wurde sreilichnoch verboten (16. Jan. 1839),' seineVortrüge über alt-deutsche Sprache und Literatur" aber gestattet. (Ende 1839.)Seitdem muß freilich, wie das Censurcollegium selbst erwähnt,(oben S. 213) seine Schrift:Zur neuesten Literatur" verbotenworden sein; seit 1840 trat er verhältnißmäßig selten alsSchriftsteller auf. Er lebte in Alton« oder Hamburg, wo erz. B. 1844 mit Heine zusammentraf. (Strodtmann II, 309.)Zu seiner journalistischen und Lehrthätigkeit, die auf seinenWohnort beschränkt blieb, bedurfte er Preußen nicht. Nach-dem er von der Befreiung Mundt's und Laube's aus öffent-lichen Blättern Kenntniß erlangt hatte, erklärte er im Hamb.unparteiischen Korrespondenten 13. Juli 1842, daß ihm solcheVersprechungen nicht zugemuthet worden seien, er sie auch