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Aus König Friedrich Wilhelms IV. gesunden und kranken Tagen / von Alfred von Reumont
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III. Christian Carl Josias Bansen.

der sich nicht scheut, gewissermaßen zum Angriff auf katho-lische Institute zu ermuntern. Und es ist sehr charakteristisch,wie er sogar die Verwirklichung der großen und edlen Ideedes Königs, welche der Wiederbelebung des Schwanenordensim Sinne einer über den Bekenntnissen stehenden Institutionchristlicher Wohlthätigkeit zu Grunde lag, alsbald als einegeistige Macht gegen Rom auffaßte und begrüßte, als eineIdee, welche Rom vernichten müsse, wenn sie in das Lebender Gegenwart eintrete!

Seine Stellung in England war eine gute. Er hatteden geistlichen und ernsten literarischen Theil der Nation fürsich, während er, ungeachtet gewisser Unverträglichkeiten, zuder Aristokratie in Beziehungen stand, wie sie für den Ver-treter eines großen Staates paßten. Sein intimes Verhält-niß zum Oberhaupt dieses Staates und dasjenige zumpreußischen Königshause, welches sich in den zum Theil nichtbedeutungslosen Besuchen von Mitgliedern dieses Hauses aus-sprach, fand ein Corollar in seinen Beziehungen zum PrinzenAlbert und dadurch zur Königin. Seine Wohnung am Ein-gänge des Westminster Park, auf Carlton Terrace, anfangsdas Haus Lord Stuarts de Rothsay, dann ein benachbartesgrößeres welches für Preußen erworben wurde, entwickeltenicht den Glanz mancher Ambassaden dazu paßten wederdie Verhältnisse noch seine persönlichen Traditionen aberes entsprach der Stellung. In kleinen Verhältnissen auf-gewachsen, hatte er nichts Kleinliches in Geldsachen. Er wargenerös für öffentliche, wohlthätige, literarische Zwecke. Manlebte einfach aber gut; schon in Rom, wo Localität undHaushalt und pecuniäre Dinge beschränkt waren, herrschtevollkommene Gastfreiheit; wer eintrat setzte sich mit zu Tische