VII. Berliner Gesellschaft 1843—1846.
237
londoner Ambassade zurückzog, deren Hauptresultat das „cor-diale" Einverständniß mit England war, welches Thiers imJahre 1840, Guizot ernstlicher noch 1846 störte. Seine geistigenKräfte waren sozusagen ungeschwächt, seinem Umgang warendie Anmuth und der Reichtum der Konversation geblieben,welcher ein langes ereignißvolles Leben Nahrung bot und woriner der Meister seiner Nichte gewesen war. Ich erinnere michimmer lebendig des Eindrucks, welchen seine nicht lange vorseinem Tode in der Akademie der moralisch-politischen Wissen-schaft auf Reinhard, Schillerschen Andenkens, gehaltene Ge-dächtnißrede auch auf die Leser hervorbrachte. Durch dasLeben des Bischofs von Orleans Msgr. Dupanloup, vonseinem frühern Generalvicar Abbe Lagrange, sind die Detailsder allerdings späten Versöhnung mit der Kirche bekanntgeworden, deren Aufrichtigkeit aus diesen Details wenigerproblematisch hervorgeht als sie Vielen erschienen ist, unddie jedenfalls einem langen Skandal ein Ende gemacht hat.Die Herzogin von Dino und ihre junge Tochter Pauline,welche heute als verwitwete Marquise von Castellane aufSchloß Rochecotte an der Loire ein ernster Frömmigkeit undguten Werken geweihtes Leben führt, haben an dem langsamgereiften Entschluß und dem bis zum letzten Moment ver-zögerten Act der Versöhnung nicht geringen Antheil gehabt.
Nachdem durch den Tod der ältesten Schwester, derebenfalls durch Schönheit und Liebenswürdigkeit bemerkens-werthen Herzogin Katharine von Sagan, und durch üeberein-kunft mit der zweiten, der Fürstin von Hohenzollern-Hechingen, die Herzogin von Dino und Tallehrand im Jahre1844 in den Besitz des ansehnlichen, einst Wallenstein, dannden Lobkowitz gehörenden schlesischen Lehnsürstentums ge-