VII. Berliner Gesellschaft 1843—1846.
267
Freundschaft und Anhänglichkeit" verpflichteten. Der KöniginCaroline Amalie Schwester Herzog Christians von Augusten-burg, hatte Rumohr im Jahre 1827 seine „ItalienischenForschungen" gewidmet, seinen Worten zufolge auf den An-theil vertrauend, welchen sie wie jedem edleren Bestreben sobesonders den bildenden Künsten zugewendet hatte, in derErinnerung an das Herrliche, welches sie in Italien gesehenund gewürdigt, an das historisch Bedeutende, für welches siemit seltener Sicherheit des Blicks den rechten Standpunktaufzufinden wußte. Gelegentlich werde ich noch auf diesenBesuch zurückkommen, von welchem der König die angenehmsteErinnerung bewahrte.
Am Abend des 10. August traf der König mit mehrender Prinzen in Aachen ein zum Empfang der KöniginVictoria, die einen Besuch in Brühl und auf Stolzenfelsabzustatten kam. Ich brachte den Abend im Präsidialgebäudezu, dessen Räume mit vornehmen Gästen gefüllt waren. DieGenerale von der Grüben und von Neumann, der Ministervon Bodelschwingh, Gras Anton Stolberg, Herr EichmannOberpräsident der Rheinprovinz, Graf Brühl, Bunsen, BaronSchleinitz, Gras Albert Pourtal'es u. m. A. waren zugegen.Nach dem Souper fand ein Fackelzug mit Musik und Ge-sang statt, bei Illumination der ganzen Umgebung. DerKönig war mit dem Empfange sehr zufrieden, lachte aberüber die Hochrufe, die ihn als „König von Preußen" lebenließen. Am folgenden Tage fand der Empfang der Königinauf dem Bahnhöfe statt, wozu der König und alles Gefolgein Galauniform erschienen. Die Stunde war auf Mittagangesetzt, aber man hatte drittehalb Stunden zu warten eheder Zug der Königin eintraf — wol ein seltener Fall für