Aus Oldecops wiederaufgefundener Chronik.
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„Dem Geschichtswerke Oldecops," sagt 1),-. Euling,„liegen meist Aufzeichnungen zu Grunde, die während derEreignisse oder unmittelbar nach denselben gemacht wurden.Im Jahre 1561 begann er die Redaktion der einzelnenTeile."
Man merkt auch aus dem Inhalte heraus, daß erspater Zusätze zu früher Geschriebenem gemacht hatte, jaspätere Mitteilungen widersprechen bisweilen dem, was ermehrere Seiten vorher gesagt hatte — was wohl daher zuerklären ist, daß er das bereits Geschriebene nicht hat aus-streichen, im Interesse der historischen Wahrheit aber auchnicht hat ohne weiteres passieren lassen wollen.
Von besonderem Belang sind natürlich seine Notizenund Urteile über Luther und die „Reformation".Wir sehen, daß Oldecop einer von den zahlreichen Deutschenwar, welche anfänglich Luthers Unternehmen begünstigten,nach und nach aber zu der Überzeugung kamen, daß der„Reformator" nicht die Reformation, sondern den Umsturzder Kirche erstrebte, und so aus Freunden Gegner der neuenBewegung geworden waren.
Die Mitteilungen Oldecops sind dabei deshalb vongroßem Wert, weil sie zumeist auf persönlichen Erlebnissenberuhen. Manches Neue ist denn auch durch Dr. EulingsPublikation bekannt geworden; anderseits ist vieles Bekanntedurch einen Augen- und Ohrenzeugen wieder bestätigt worden.
Es sei uns gestattet, einiges von dem Alten und Neuenaus der Geschichte Luthers und seines Werkes in der chrono-logischen Reihenfolge, wie wir es bei Oldecop finden, hierwiederzugeben.
Was zunächst die Schreibart des Namens „Luther"betrifft, so bestätigt unser Chronist, daß der Familiennamedes „Reformators" nicht „Luther", sondern „Luder"lautete. In der ältesten protestantischen Lutherbiographiedes Mathesius wird gleichfalls der Name des Vaters vonMartin Luther „Hans Luder" genannt; erst in den späterenAusgaben des Mathesius heißt es „Hans Luther". Der