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Geschichtslügen : eine Widerlegung landläufiger Entstellungen auf dem Gebiete der Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Kirchengeschichte / aufs Neue bearbeitet von drei Freunden der Wahrheit
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DasReforniations"-Zeitalter.

und abgeschrieben, ist sie geraume Zeit gänzlich verschollengeblieben; man wußte nichts mehr von dem ursprünglichenOriginal; noch 1842 sagt Lüntzel? daß dasselbe abhandengekommen sei. Aber schon bei der (teilweiien) Reproduktionder Abschritten erklärt derselbe Autor, daß Oldecops Chronikauf den Namen eines beachtenswerten Geschichtswerkes An-spruch zu erheben hat, obschon Oldecop aus seiner katholischenAuffassung kein Hehl machte.

Neuerdings hat man nun das Original wieder in Hildes-heim aufgefunden und Herr Gymnasiallehrer Dr. Eulinghat dasselbe sorgfältig durch den Druck reproduzieren lasten;dem Litterarischen Verein zu Stuttgart gebührt das Verdienst,das über 700 Druckseiten starke Werk der Öffentlichkeitüberwiesen zu haben?

Johannes Oldecop war 1493 geboren als Sohn einesHildesheimer Baumeisters, 1515 bezog er die UniversitätWittenberg, wo er über zwei Jahre verweilte. Er hörteLuthers Vorlesungen, die er gern besuchte. Er wählte sichLuther auch zum Beichtvater und diente ihm oft zur Messe,Aber 1517 wurde er wegen der ausgebrochenen Unruhennach Hause zurückberufen? Während der akademischen Feriendes Jahres 1515 wallfahrtete er zum hl, Rock nach Trier.1519 zog er zu seiner weiteren theologischen Ausbildungnach Rom, Später trat er in kaiserliche Dienste, die ihnnach Deutschland, Belgien und Spanien führten. Erfungierte teils als Kaplan des kaiserlichen Vicekanzlers,teils vollzog er selbständig diplomatische Kommissionen, Seitdem 1531 erfolgten Tode des Vicekanzlers lebte er in seinerVaterstadt Hildesheim, wo er 1574 als Stiftsdechant verstarb.

>Die Annahme des evangelischen Glaubensbekenntnisses inHildesheim", daselbst 1842,

2 190ste Publikation des Litterarischen Vereins in Stuttgart(Tübingen), enthaltend Chronik des Johann Oldecop, Tübingen 1891,2 Es mag Ende 1517 gewesen kein. Über den Thesen-Anschlagdurch Luther am Vorabend vor Allerheiligen 1517 berichtet Oldecopnichts mehr; kurz vorher war er noch in Wittenberg.