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Das Nivellement des grossen Miesing.
Vertheilt man diese Differenz auf die 233 Nivellirstationen, welche nöthigwaren, die Höhe von 3659,85 Fuss zu erreichen, so trifft auf jede eineAbweichung von 0,'"18 oder nahezu 0,2 Dezimallinie, und man kann an-nehmen, das die Genauigkeit des Nivellements 0,0001 der Höhe ist, einErgebniss, mit dem man gewiss zufrieden seyn darf.
Die erste Beobachtungsstation (Stat. I.) hatte ich am Fusse des Mie-sing in eine grosse Waldwiese, etwa '/, Meile hinter Geitau, gelegt. Siewar mit einem 3 Fuss tief in den Boden gerammten Grundpfahle bezeich-net und liegt nach einer später mitzutheilenden Bestimmung 2790,6 bayr.Fuss über der Meeresfläche. Von dieser Station ausgehend wurde am er-sten Tage (13. August 1857) bis zur Steilnalpe in der so eben auseinander-gesetzten Weise nivellirt, wobei die Latten auf festliegende Steinblöckeund nöthigenfalls auf vorher eingeschlagene Grundpfähle aufgesetzt und vonje zwei Gehilfen genau lothrecht gehalten wurden. Auf vielen festliegen-den Felsstücken liess ich die Stützpunkte der Latten mit Nummern be-zeichnen, um das Einnivelliren der zwischen I und V gelegenen Beobach-tungsstationen, was selbstverständlich erst nach Vollendung des ganzenNivellements geschehen konnte, an diese Fixpunkte anzuknüpfen. Nach-dem auf der Steilnalpe übernachtet worden war, setzten wir am 14. Au-gust bei ebenso günstigem Wetter als am vorhergehenden Tage das Nivel-lement auf dem Wege gegen die Grosstiefenthaler Alpe und eine Streckeüber diese hinaus fort, wobei wieder einzelne Felsblöcke als Standpunkteder Nivellirlatten mit schwarzer Oelfarbe numerirt wurden. Am drittenTage fand die Beendigung des Nivellements statt. Der Endpunkt (Stat. V)liegt auf dem Gipfel des grossen Miesing, dicht an dem daselbst aufge-stellten hölzernen trigonometrischen Signale, auf welches auch durch einenschwarzen Strich die Höhe des obersten einnivellirten Punktes übergetra-gen wurde.
Die Berechnung des Nivellements, deren Mittheilung ich als über-flüssig erachte, hat zwischen der I. und V. Station einen Höhenunterschiedvon 3659,85 bayerischen Fussen ergeben, wovon also der vierte Theil914,96Fuss beträgt. Es sollte somit, wenn die ganzeHöhe in 4 gleicheTheilegetheilt worden wäre, die II. Station um 914,96, die III. um 1829,92 unddie IV. um 2744,89 Fuss über der I. liegen. Diese gleiche Theilung waraber nicht möglich, da jede dieser Stationen eine freie Lage erhaltenmusste; man suchte sich desshalb diesen Höhenabständen nur zu nähern,so gut es ging. Die zweite Station (Stat. II.) lag demnach links am Wegevon Geitau zur Steilnalpe, nicht weit unterhalb dieser, am Abhange einestiefen Thaies, welches gegen Osten frei lag, in einer Höhe von 926',08über I. Sie wurde von dem Fixpunkte Nr. 59 aus einnivellirt. Die dritteStation (Stat. HI) befand sich oberhalb der ’ Steilnalpe an einem erhöhten