Buch 
Beobachtungen und Untersuchungen über die Genauigkeit barometrischer Höhenmessungen und die Veränderungen der Temperatur und Feuchtigkeit der Atmosphäre / von Dr. Carl Maximilian Bauernfeind
Entstehung
Seite
59
JPEG-Download
 

Genauigkeit der barometrischen Messungen.

59

V. Die Genauigkeit der barometrischen Höhenmessungen.

In diesem Abschnitte werde ich die Frage über die Genauigkeit derbarometrischen Höhenmessungen zunächst auf Grund der mitgetheiltenBeobachtungsergebnisse und hierauf durch Ableitung der Höhendifferenzen,welche gegebenen Beobachtungsfehlern entsprechen, erörtern. Dabei setzeich jedoch immer gleichzeitige Beobachtungen und geringe Horizontalab-stände der Stationen voraus, weil ohne diese keine vergleichbaren Mess-ungsresultate erhalten werden. Die Vernachlässigung der Gleichzeitigkeitder Beobachtungen und die Anwendung weit entfernter Stationen sind inder Regel die Hauptursachen der grossen Unterschiede zwischen zwei odermehr Bestimmungen einer und derselben Höhe, welche lpan anführt, umdie Unbrauchbarkeit der barometrischen Höhenmessungen darzuthun; Beob-achtungen aber, welche nicht allen erforderlichen Bedingungen der Brauch-barkeit genügen, verdienen den Namen Messungen nicht und haben keinGewicht in Fragen über die Sicherheit eines Messungsverfahrens.

Die drei Tafeln Nr. XXV bis XXVII geben den aus je hundert cor-respondirenden Beobachtungen gezogenen mittleren Höhenunterschied (h, h')etwas verschieden, je nachdem man die mittlerem Temperaturen undFeuchtigkeiten (r, cp) der unteren und oberen Stationen, oder die (V $>')aller zwischen der unteren und oberen gelegenen Stationen in Rechnungbringt. Die Mittelwerthe der berechneten Höhen betragen nämlich fürdie Strecken

I—III, III—V, I—V,

wenn die Werthe r und © zu Grunde gelegt werden:

1853',3 1808',4 3657 ', 7 ,

und wenn man die Werthe t' und p‘ an wendet:

1852,2 1809,6 3660 , 8 ,

während das Nivellement des grossen Miesing ergab:

1850,8 1809,0 3659 , 8 .

Es sind somit die Abweichungen zwischen den berechneten undnivellirten Höhen beziehungsweise:

— 2',5 + 0',6 + 2',1

— 1,4 — 0,6 — 1 , 0 ,

und man ist folglich berechtigt und verpflichtet anzuerkennen: dass, wennauch die Temperaturen r' und die Feuchtigkeiten ©' die Höhenunterschiedeetwas genauer geben als r und ©, doch wegen der geringen Differenzenzwischen h und h' die Höhenunterschiede mit hinreichender Genauigkeitaus den arithmetischen Mitteln der an der unteren und oberen Stationangestellten baro- und thermometrischen Messungen berechnet werdenkönnen.