Band 
Erster Band, zweite Abteilung. Euxistratos - Hysiris.
Seite
3017-3018
JPEG-Download
 

3017 Hercules (II. Deusoniensis)

Denkmal ein Heiligtum des Hercules Invietusals tyrischen Sonnengottes (wogegen Freuden-berg , Nachträge S. 88 ff. seine Erklärung auf-recht erhält), Schaaffhausen (a. a. 0.) hält es fürein Mithrasdenkmal. Verschiedene Erklä-rungen des Hercules Saxanus , die hier uner-örtert bleiben können, s. z. B. in Paulys Real-encykl. 6 s. v. Saxanus S. 849. Hillen S. 22 f.,bei Freudenberg S. 10.12. Braun a. zuletzt a. 0.

S. 45 f. Robert a. a. 0. S. 338 ff.).

Die oben aufgeworfene Frage, ob Herculesimmer und überall denselben germanischenGott bezeichne, oder ob unter diesem Namennicht etwa auch besondere Gottheiten einzelnergermanischer Völkerschaften verborgen seinkönnten, scheint mit Recht in Betracht zukommen bei dem Hercules Deusoniensis undHercules Magusanus.

b) Der Hercules Deusoniensis ist nurdurch die oben in Abschnitt IX angeführten 20Münzen des Postumus bekannt. Diese Münzenbieten nur römische Bilder; auf der Mehrzahlderselben erscheint das Bild eines stehendenHercules mit Bogen, Keule und Löwenfell(. Eckhel, JDoctr. num. 7 S. 443. Cohen, Postumepere 44 = Suppl. 11. 226229. 232); einigemalsteht Hercules in einem viersäuligen Tempel(Eckhel a. a. 0. Colien 45. 230 f.); einmal istder lorbeerbekränzte Kopf des Hercules ( Cohen

Hercules (II. Magusanus)

8018

alter. 1 [Halle 1873] S. 13 in Anm. zu Jahr360. J. Friedländer in Salletsjitsehr. f. Ntimism.9, 1882 S. 8. J. Wormstall, Über die Chamaver,Brukterer und Angrivarier u. s. w. Progr. Kgl.Paulin. Gymn. Münster 1888 S. 15). Zu Po-stumus, der seinen Sitz in Köln hatte, würde,wie Friedländer hervorhebt, Deutz passen; aberdurch eine neuerdings gefundene Inschrift istendlich sichergestellt worden, dafs der alteio Name von Deutz Divitia lautete ( Zangemeister,Inschrift aus Köln mit dem antiken Namen vonDeutz, im Korrespondenzbl.d.Wcstdeutsch.Ztschr.f. Geseh. u. Kunst 8, 1889 Sp. 39 ff. nr. 18). So-mit fällt Deutz aufser Betracht, aber zugleichbleibt es unentschieden, welchem Orte Her-cules Deusoniensis seinen Namen verdankt undwas für ein Gott überhaupt dieser Herculesist; nur das läfst sich sagen, dafs alles aufeine germanische Heimat des Gottes hinweist,c) Hercules Magusanus oderMacusanus.

Litteratur: Cannegieter a. a. 0. S. 135 ff. 152 ff.Eckhel, Doctr. num. 7 S. 444. L. ·/. F.Janssen,De Romeinsche Beeiden en Gedenkstecnen vanZeeland . . . beschreven en opgeheldcrd. Mid-delburg 1845 (mit Atlas) S. 27 ff. zu Taf. 6nr. 14 a. b; daselbst Voorrede S. XII ff. Angabeälterer Litteratur über Hercules Magusanus;Recension der Janssenschcn Schrift von K. Fr.Hermann in Gotting. Gel. Am. 1847 S. 1054 f.

51), ein anderes Mal derselbe mit den Zügen so = Jahrbb. d. Ver. v. A.-Fr. im Rhld. 11, 1847

des Postumus abgebildet ( Cohen 237); wiedereine andere Münze zeigt die Büste des Her-cules, dessen Kopf mit dem Löwenrachen be-deckt ist (Senckler in Jahrbb. d. Ver. von A.-Fr.im Rhld. 15, 1850 S. 155 f. nr. 6. Cohen, Suppl.14). Auf einer der Münzen heilst der GottHercules Deusoniensis Aug. (Cohen 232). DerBeiname des Gottes erinnert sofort an denNamen des Ortes Deuso oder Deuson, den

S. 169; s. ferner die sogleich bei den Inschriftenanzuführende Litteratur (besonders J. Klein).Hercules Magusanus ist von Münzen des Postu-mus und aus einer bedeutenden Anzahl vonInschriften bekannt: Münzen des Postumusmit Hercules im farnesischen Typus mit derLegende Herculi Magusano (Eckhel a. a. 0.Cohen, Postume pere 60. 2391; Inschriften:mehrere Widmungsinschriften ans dem Gebiete

Hieronymus zu Eusebius (S. 198 Sch.: Saxones 40 der alten Bataver: Brambach, C. I. Rhen. 51

caesi Deusone in regione Francorum), Cassio-dorius (chronic . S. 649 Momms. [Abh. d. Sächs.Ges.d. IIVs. 9 ., phil.-hist. Kl. 3,1861]; Valentinia-nus IIII et Valens IIII. his conss. Saxonescaesi Deusone in regione Francorum) und Fre-degar (fr. 2, in Mignes Patrol. Curs., ser. Lat .71 S. 700, nach Hieronymus: Saxones caesiDeusone in regione Francorum) gelegentlichder Niederlage der Sachsen i. J. 373 n. Chr.

aus Westkapelle in Zeeland , abgebildet beiJansscn Taf. 6 nr. 14 a. b, dazu S. 27ff.; Biamb.130 aus Millingen in Geldern: Herculi Macu-sano et Haevae (s. über diese oben Sp. 1813,46 ff.) Ulp. Lupio et Ulpia Ammava pro natisv. s. I. m. ; das. 134 aus Rummel in Nordbra-bant ; damit zu verbinden ein i. J. 1885 inRom an der Stelle des alten Lagers der equitessingulares mit vielen anderen Votivsteinen ge-

durch Valentinianus erwähnen. Es war daher 50 fundener Altar mit einer Widmung batavischer

natürlich, dafs man den Namen des Gottesvon diesem Orte ableitete, wobei es eine Streit-frage blieb, ob dieses Deuso oder Deuson dasheutige Deutz, Duisburg oder Doesborgh ander Yssel sei (s. Cannegieter S. 142 ff. Eckhela. a. 0. Zeufs, Die Deutschen S. 385 Diintzerin Jahrbb. d. Ver. von A.-Fr. im Rhld. 1 , 1842S. 114. K. Fr. Hermann in Gotting. Gel. Anz.1847 S. 1054 f. = Jahrbb. d. Ver. v. A.-Fr. im

Reiter der Kaisergarde an Hercules Macusanus:Herculi Macusano ob reditum domini nostriM. Aureli Antonini Pii Felicis Aug. equitessingulares Antoniniani eius cives Batavi siveThraces adlecti ex provincia Germania inferiorivotum solverunt libentes merito III. kal. Oct.imp. dn. Antonino Aug. II. et Tineio Sacer-dote II. cos. (219 n. Chr.; Hcnzen, Iscrizionirecentemente scoperte degli equites singulares, in

Rhld. 11, 1847 S. 169. Senckler a. a. 0. S. 155ff. 60 Ann. d. inst. 57, 1885 S. 272 nr. 25, dazuJ. Becker das. S. 174. A. Dederich, Geseh. d. S. 274 ff. Mommsen, Neue Inschrift der equitesRömer u. der Deutschen am Niederrhein u. s. w. singuläres in Born, im Korrespondenzbl. d. West-Emmench 1854 S. 192. Freudenberg in Jahrbb. deutsch. Zeitschr. f. Geseh. u. Kunst 5, 1886

F W nr A 'i? r ' ' m RMd- 42 1 1867 S. 212. Sp. 50 ff. nr. 40 [auch in den übrigen Publi-

' iy.}!9 sclüä 9 er Die Deutung alter Ortsnamen kationen der equites-singulares-Inschriften, in

am Mittel- und Niederrhein , in Annalen des Notizie degli scavi Dezemberheft 1885 und

r i ^derrhein 21/22, 1870 S. 179. Januar- und Februarheft 1886 ( Lanciami ) und

er. Jxichter, Annalen der deutsch.Gesch. im Mittel- im Bull, archeol. comun. 1885 S. 137 ff. 1886