301 i) Hercules (H. Magusanus)
S. 94 ff,]); schottische Inschrift eines Soldatender ala Tungrorum C.I.L. 7, 1090; Altar mitWidmung an Hercules Magusanus aus Bonn (J. Klein, Komische Inschriften ans Bonn , inJahrbb. d. Ver. v. A.-Fr. im Khld. 73, 1882S. 73 ff.); Inschrift aus Deutz: pro sal. [...] j[Here]ul. Magusanfo Ma]\[tro]nis Abireni-bu[s] | [Siljvano et Genio [loci] \ [Dia]ne Mahal[...] I [Fl?]ore Mereu[rio] | [ cete]ris que disdeafbus] | [om]nibus Similinfius] u. s. w. (L·Schwörbel, Eine neue Inschrift aus Deutz, inJahrbb. d. Ver. v. A.-Fr. im Khld. TI, 1884S. 45 ff., danach die Inschrift wiederholt imKorrespondenzbl. d. Westdeutsch. Ztschr. f. Gesch.u. Kunst 3, 1884 Sp. 118 nr. 139). Ganz un-sicher ist die Beziehung des Inschriftenfrag-mentes Bramb. 838 auf Hercules Magusanus(s. Brambach z. d. Inschr. und Kein S. 74).Gefälschte Inschrift: Bramb. S. 362 nr. 30. Ge-sicherte Bildwerke des Hercules Magusanussind nicht bekannt, denn ein angeblich auf derInsel Walchern gefundenes Belief, welches denGott wie Neptunus mit einem Delphin in derrechten Hand und einem Zweizack in derLinken darstellt, während zu seinen Füfsensich ein skorpionartiges Tier befindet, unterdem Ganzen die Inschrift Hercules Magusanus(vgl. z. B. die Abbildung bei J. G. Keysler,Antiquitates selectae septentrionales et celticae[Hannoverae 1720] Fig. 10 zu S. 200), ist, wieschon Cannegieter (S. 161 f.; vgl. Janssen S.37f.)erkannte, eine Fälschung Romein de Hooghes,die z. B. auch Eckhel, Mon'e ( Geschichte desHeidenthums im nördlichen Europa 2 S. 349 f.)und Zeufs (Die Deutschen S. 46) täuschte. In-dem man auch den Beinamen Magusanus oderMaeusanus (denn beide Namensformen bestan-den nach Ausweis der Inschriften) von demNamen eines Ortes herleiten zu müssen glaubte,dachte man an das vom Geographiis Ravennas(4, 26 S. 233 f. Pinder-Parthey) erwähnte Me-eusa: item iuxta praenominatum fluvium Mo-sela, quae Francia Kinensem nominavimus, suntcivitates, id est Tulla, Scarbona, Mecusa u. s. w.(s. die Angaben Cannegieters S. 141, Echhelsa. a. O ,Janssens S. 33, K. Fr. Hermanns a. a. O.);selbst eine von Plinius (n. h. 6, 160) erwähnteStadt Magusum in Arabien sah man als Hei-mat des Hercules Magusanus an (s. die soebencitierte Litteratur). Diesen unsicheren odergeradezu unhaltbaren Vermutungen gegenüberschlug Janssen (S. 33) nach Cannegieters (S. 137 ff.)Vorgänge jedenfalls den richtigen Weg ein,wenn er, gestützt auf die zuerst angeführtenInschriften, in Hercules Magusanus eine lokaleGottheit der unteren Rheingegend erkannte,worin ihm Klein (S. 75) beistimmt; Henzenund Mommsen (a. aa. OO.) nennen ihn die ba-tavische Hauptgottheit. Von gröfster Wichtig-keit ist es hierbei, dafs ein altes Verzeichnisder Einkünfte der Martins-Kathedrale zu Ut recht in dem hier in Betracht kommendenGebiete einen Ort Fregrimahusenhem oderFengrimahusonham beiDurstede nennt (VandenBergh, Oorlcondenboelc van Holland en Zeeland1 nr. 33: de vico etiam supranominato [d. i.Dorstade] decima pars sancti Martini in omni-bus rebus; et inter Ilolanwegh et Fregrimahu-
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senhem [nach anderer Lesung Fengrimahuson-ham], sive quod vulgo dicitur Kec, terra illasamti Martini); denn der Name dieses schonvon Cannegieter (3. 140 f. 183 ff.) zur Erklärungdes Hercules Magusanus herangezogenen Ortesenthält sicher dasselbe Wort, das auch imBeinamen des Gottes enthalten ist (der Wechselvon h, g und c kann nicht auffallen). Senckler(a. a. 0. S. 151 f.) hält es für wahrscheinlich,dafs dieses mittelalterliche Mahusenhem, jetztMuyswinkel bei Durstede, die Heimat des Her-cules Magusanus sei, und bezieht auf diesenOrt, dessen älterer Name Magusa oder Magu-sum gewesen sei, eine Münze, welche aufder Vorderseite mit der Legende MAGVSeinen behelmten Kopf mit Perlenhalsband, aufder Rückseite ein Seepferd (Pferd, dessenHinterteil in Flossen ausläuft) zeigt; der Typusder Rückseite deute auf ein seeanwohnendes,seefahrendes Volk. Bemerkenswert ist es, dafsauf den in demselben batavischen Gebiete,welchem der eine Teil der Widmungsinschriftenan Hercules Magusanus entstammt, in grofserAnzahl gefundenen Votivkapellchen der GöttinNehalennia oft die Figuren eines Neptunus undeines Hercules auf den Nebenseiten erscheinen(s. z. B. Janssen Taf. 7 nr. 15 a—d, dazu S. 38ff.;Taf: 8 nr. 16 a—c, dazu S. 41 ff.; Taf. 9 nr. 17a—e, dazu S. 45 ff.; Taf. 10 nr. 18 a—c, dazuS. 48 fi; Taf. 11 nr. 19 a —c, dazu S. 50 ff). Indiesen Bildern erkennt Cannegieter (S. 162) undMone (a. a. O. S. 349) den Hercules Magusanus.Sollte diese Vermutung richtig sein, so würdeauf die Natur des Hercules Magusanus odervielmehr des unter dieser Benennung verehrteneinheimischen Gottes durch die Gottheiten,mit denen er verbunden ist, vielleicht einigesLicht fallen: Hercules Magusanus würde indiesem Verein als ein zum Meere in Beziehungstehender Gott aufzufassen sein (Nehalenniawird als Meeresgöttin verehrt, s. d.; vgl. überdie Verbindung von Hercules und Nehalennia z. B. Janssen S. 108 f. Fr. Fiedler, Die Grips-walder Matronen- und Mercuriussteine. Bonner Winckelmannsprogr. 1863 S. 12 und besondersBd. 2 s. v. Nehalennia), womit dann mög-licherweise die Herculessäulen an der friesi-schen Küste (s. oben) in Verbindung zu bringenwären. Cannegieter (S. 137 ff.) und andere (s.Klein S. 75) halten Hercules Magusanus füridentisch mit Hercules Deusoniensis; ihn füreine keltische Gottheit anzusehen (J. Becherin Jahrbb. d. Ver. v. A.-Fr. im Khld. 17, 1851S. 168 f. 174. Kein a. a. O.) ist nach dem Vor-stehenden, wonach auch hier alle Spuren aufgermanisches Gebiet weisen, unzulässig.
2) Der keltische Hercules. Lucianus(Here. 1 ff.) berichtet, dafs bei den Galliern Herakles in der einheimischen Sprache Ogmiosheifse, und beschreibt nach einem Gemälde,wie er angiebt, ein Bild des Gottes: derselbewerde in ganz fremdartiger Weise dargestellt,nämlich als hochbejahrter Greis mit fast kahlemKopfe, das spärlich vorhandene Haar sei grau,seine Haut runzelig und dunkelfarbig wie beialten Seefahrern; so sei man geneigt, dieseFigur eher für Charon oder Iapetos aus derUnterwelt und für alles andere eher als für
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