Band 
Zweiter Band, zweite Abteilung. Laas - Myton.
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Meteres

Meteres

Bordeaux. Tomei. Bordeaux 1889 4° p.3337.A. Allmer et P. Bissard, Musee de Lyon.Inscr. ant. Tome 1. Lyon 1888, Kommentarzu nr. 510. Jean Reville , Oie Religion zuRom unter den Severern. Leipzig 1888 p. 66.Albert Lebegue, Note sur les tauroboles et lechristianisme, Rev. hist. 13 e annee. Tome 37(1888) p. 315318 und Le bas-relief mithria-que de Pesaro, Rev. arch. 3 e ser. 13 (1889)p. 6469. Cumont, Le taurobole et le cultedAnahita, Rev. arch. 12 (1888) p. 132136,vgl. desselben Anzeige von Esperandieu, Inscr.ant. de Lectoure, Rev. de philol. n. s. 17 (1893)p. 194197. Biels, Sibyllin. Blatt. Berlin 1890p. 70 Amu. 2 zu p. 69. Emile Esperandieu , Inscr.ant. de Lectoure. Auch Paris 1892 p. 94128.G. Anrich, D. ant. Mysterienw. in s. Einflufs a. d.Christent. Göttingen 1894 p. 52 - 54. G. Zippel,Bas Taurobolium, Festschrift zum, fünfzigjähr.Boctorjubiläum Ludw. Friedländer dargebr_v. s.Schülern. Leipzig 1895 p. 498520. Überdie Kastration im Kult vgl. F. Rahn, Bemeteru. Baubo. Lübeck 1896. 47 ff. [W. Drexler.]Meteres (Μητέρες). 1) Eine Inschrift ausAgathe Narbonensis (Agde ) lautet: AAPHΜητράβι και Αιοβκάροι , Kaibel, Inscr. Graec.Sic. 2514, wo das letzte Wort zu Αιοακόροιςergänzt wird; früher las man das erste WortAPHI, sodafs also Ares mit den Μητέρες undden Dioskuren verbunden erschien, M. Ihm,Griechische Matres, Bonner Jahrbuch 90 (1891),189 f., der diese μητέρες den keltischen Matres(Matronae; s. d.) gleichsetzt und die Verbindungder keltischen Mütter mic den 'griechischenreisigen Jünglingen zu erklären versucht. · 2)Von einem Kult der μητέρες in der sicilischenStadt Engyon berichtet Biodor. 4, 79 f.: EinTeil der mit Minos nach Sieilien gekommenenKreter gründete nach des Königs Tode dieStadt Engyon, die sie nach der gleichnamigenQuelle benannten; als später nach der Er-oberung Troias die Gefährten des Merionesnach Sieilien verschlagen wurden, nahmen dieBewohner von Engyon ihre Stammesverwandtenauf, erweiterten durch glückliche Kämpfe mitden Nachbarn ihr Gebiet und erwarben sichgrofses Ansehen durch den von ihnen ein-geführten Kult der 'Mütter (μητέρες), derenTempel sie mit kostbaren Weihgeschenkenausstatteten; diese Göttinnen waren ursprüng-lich in Kreta heimisch, hatten dort den kleinenZeus auferzogen und waren zur Belohnunghierfür als Sternbilder unter dem Namen άρκτοιan den Himmel versetzt worden, wie auchAratos bezeugt; durch Epiphanien brachtensie ihren Verehrern Rat und Hilfe; ihr Kultbeschränkte sich nicht auf Engyon, sondernauch manche Nachbarstädte erwiesen ihnenVerehrung, manche auf direkten Befehl desOrakels; ihr Kult bestand noch zur Zeit Dio-dors. Den prachtvollen Tempel hatten dieEinwohner von Engyon mit ungeheueren Kosten,indem sie die Steine aus dem hundert Stadienentfernten Agyrion herbeischaffen liefsen, er-baut. Von dem kretischen Ursprung und denEpiphanien der Göttinnen berichtet auch Plut.Mare. 20, der hinzufügt, dafs ihnen eherneHelme mit der Aufschrift des Meriones und

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Ulixes geweiht gewesen seien. Auf diesenKultus der sikilischen μητέρες beziehen sietohne Zweifel die Aufschriften zweier Schleu-derbleie aus der Umgegend von LeontinoiΝίκη Μητέρων bez. Νίκη Ματέρων G. I. G. 48530 d. 3, 5748 f. = Kaibel, Inscr. Graec. Sied.2514. Das Wesen dieser Göttinnen ist ziem-lich dunkel, Holm, Geschichte Siciliens 1, 48 .Freeman, History of Sicily 1, 116. 146. 499.io Ihm oben Sp. 2473 (Art. Matres). Cie. inVerr. 4, 44, 97 (vgl. 5, 72, 186) erzählt voneinem Matris Magnae fanum apud Enguinos,in dem P. Scipio Panzer und eherne Helmemit seinem Namen versehen, als Weihgeschenkeaufgestellt habe; dies erinnert an die ErzählungPlutarchs von den ehernen Helmen des Meri-ones und des Ulixes. Eberhard-Richter zuOie. a. a. 0. 4, 44, 97 nimmt an, dafs mit demKultus der 'Mütter auch der auf Kreta heimische20 Dienst der waffentanzenden Kureten verbundengewesen sei, und dafs diesen besonders dieseWeihgeschenke gegolten hätten. Cicero hat alsodie μητέρες von Engyon mit der griechischenGöttermutt.erfür gleichbedeutend gehalten, dochist es möglich, dafs er sich geirrt hat, oder dafsihm ein falscher Bericht vorlag, vgl. L. Zanderbei Frsch und Gruber s. v. Engyon. Boeckhzu Ο. I. G. 3, 5748f. sagt: videtur tarnen eon-ciliar i posse Ciceronis testimonium cum Bioäoro..so potest enim cultus &εων μητέρων cum religioni-bus Matris Magnae coniunctum fuisse, und erbezieht auf letztere die Inschrift eines Schleu-derbleies aus Panormos mit der Inschrift ΝίκηΜατέρος, G. I. G. 3, 5570 b = Kaibel a. a. 0.p. 609 nr. 2407, 7. Hartung, Berl. Jahrh.1837, 1, 471 wollte in den μητέρες die Demeterund Persephone erkennen; Hoeck, Kreta 2, 375und Wesseling zu Biod. a. a. 0. erklärten siefür wahrsagende Sibyllen, dagegen Welcher,40 Arch. Zeit. 1849, 7 ff. = Alte Benkmäler 2,154ff.,der die μητέρες ursprünglich für weiter nichtsals die Ammen des Zeus erklärt; man dürfesich nicht wundern, dafs Nebenpersonen wiedie Ammen des grofsen Gottes an einem ein-zelnen Ort zum Gegenstand des Hauptkultuserhoben worden seien; sie hätten im Lauf derZeit durch Opfer und Weihgeschenke, Ge-bräuche und Altertum so viel Ehren an sichgezogen, dafs der Grundgedanke, in dem sie50 wurzelten, kaum noch zu erkennen sei; er ver-gleicht die drei Chariten von Orchomenos underblickt die μητέρες von Engyon, deren er nachanderer Analogie drei annimmt, dargestelltauf einem Relief aus Kyzikos , abgeb. ArchZeit. 1848 Taf. 19 = Alte Benkm. Taf. 7, 13.Die kretischen μητέρες, deren Kultus nachSieilien überging, sind offenbar identisch mitden Melissai (s. d. Art. Melissa 4, Melia 9,Melisseus 1) Vielleicht ist die Vermutung60 nicht allzu gewagt, dafs die oben (1) erwähnteInschrift Μητράοι και Αίοακόροι\ς ] eich doch

trotz ihres Fundortes, wie leicht konnte einSikuler nach Gallien verschlagen worden sein!

auf die Mütter von Engyon bezieht; über denDioskurenkult auf Sieilien s. 1 Sp. 1166, 18ff.

Vielleicht ist bei Verg.Aen. 9, 548 f. eductunMatris luco Symaethia cireum Flwmina pingu^ubi et placäbilis ara Palici mit Ladewig z. d. St.

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