2953 Mezentius (Etymologie)
crigg.l, 4, 15. Diomedes 417. Prisdan 551.561 P-)> 80 dafs in den Origines Messen-tius oder Medientius schreiben konnte. DieSchreibung Mezzentius, die sich oft im cod.Romanus und im Mediceus des Vergil findet(vgl. 0. Bibbeck, Prolegomena 453), geht aufden Einflufs des Fermts Flaccus zurück, derüberhaupt für die Überlieferung der Mezentius-suge. wichtig ist. Er verlangte die Verdop-pelung des z, weil er dieses für eine einfacheMuta ansah; diejenigen Grammatiker, die zzu den Doppelkonsonanten zählten, verwarfendiese Schreibung. 'Medientius steht Aen. 7,654 im Palatinus und 10, 762 ist es durchNonius 272, 21 bezeugt. (Vgl. Oorssen, Überdie Ausspr. des Lat. l s , 216.) In KießlingsAusgabe des Dionys von Halik. ist überallMseßtios hergestellt, indessen hat der cod.Ghisianns daneben auch Mseesvnog. — W.Oorssen, Über die Sprache der Etrusker 1 , 233 f.bringt Mezentius mit dem ertruskischen Wortmezu (Grenzstein) zusammen, Me-z-ent-iu-ssoll entstanden sein aus Me-t-i-ent-iu-s, wiemezu aus me-t-iu, von der Wurzel ma (messen),die sich in lateinisch meta, metare, metiri wieder-findet. Metientius, mit dem Suffix -io voneinem Participialstamm abgeleitet, wie daslat.-etruskische Arruntius und lat. Prudentius,Constantius . Oorssen schliefst daraus, der KönigMezentius von Caere sei dem etruskischen GottTinia (Grenzgott), der das metiri campos an-ordnete, einst ebenso wesensverwandt gewesen,wie der König Latinus dem Iuppiter Latiaris,vgl. ebd. 2, 467. 478. Nach Cuno, Vorgesch.üoms 2, 252 ist Mezentius entstanden aus Me-dientius und desselben Stammes, wie oskischmeddix (medix), für das er die Bedeutung „Be-fehlshaber“ erschliefst. Das Suffix wird ver-glichen mit dem von Clu-entius, Ter-entius,Lar -entia. Von demselben Stamm soll abge-leitet sein Metiscus, des Turnus Wagen-lenker, Aen. 12, 469. Da Oorssen und Cunovon der Ansicht ausgehen, dafs die etruskischeSprache den indogermanischen Sprachen an-gehöre, mufs das Urteil über die Richtigkeitder angeführten Etymologieen dahingestelltbleiben. Jedenfalls ist Mezentius, wenn etrus-kisch, eine latinisierte Form, vgl. Deecke, Ehr.Forschungen 3, 368. 392. Dagegen scheint miraltlateinisch zu sein Lausus, das Deeclce a. a. 0. ineben Mezentius stellt. Fr. Cauera. a. 0. S. 174.117 (158) nimmt an, Lausus sei zuerst vondem Chronographen Kastor in die Litteratureingeführt worden, weil Dionys von Halik. ihnnierst genannt habe, der sieb im wesentlichenan Kastor anschliefse (S. 162). Ich halte dieseAnnahme für unrichtig. In chronologischenfragen ist wohl der Chronograph Kastor vonEinflufs gewesen, aber dafs neue Züge dersage von ihm herrühren sollten, ist unwahr- escheinlich. Vergils Aeneis, in der auch Lausnsgenannt ist, ist früher erschienen als das Werkdes Dionys. Wahrscheinlich haben beide, woae übereinstimmen, eine gemeinsame Quelle,and diese ist wohl Varro. Der Name Laususkommt als Cognomen wiederholt auf In-schriften vor; C. Calpurnius Lausus, C. I. L.
1880; L. Laberius Lausus, C. I. L. Suppi. Bd.2
Midas (nordgriech. Sage) 2954
nr. 114; Avercius Lausns (?), 12,1052; LiciniusLausus , 16, 3795; er ist wohl nichts anderesals das Part. Perf. Pass, von einem alten lau-dere = laudare, also Laudatus. Auch dasaltertümliche lausus, gen. üs, die Totenklage,das aus Varro angeführt wird bei Nonius 1,235, wird damit Zusammenhängen, wenn manes fafst als eiulatio cum laude mortui iuncta.Vgl. Fabretti, Gloss. Ital. p. 1035 und Forcellini> u. d. W. — Gerhard, Gr. Myth. 2, 257 siehtfreilich in Mezentius den bösen Dämonetruskischer Menschenopfer (nach Klausen ,Aen. u. d. Penaten 103ff.) und in Laususden lorbeerduftenden Opferer (nach dems. 690.1035). [Wörner.]
Mida (Μίδα), genauer Μίδα θεός, eineSchwurgöttin des von Midas beherrschtenVolks, die von einigen für dessen Muttergehalten wurde, Hesych. s. v.; phrygisch nennt) die Mida μήτηρ korrekt Plutarchos (Caes. 9),der sie, offenbar als 'des Midas Mutter’ einerder 'Mütter des Dionysos ’, und zwar derΓυναικεία, der άρρητος und der römischenBona Dea, gleiehsetzt und erzählt, dafs heimKult die Frauen unter sich es trieben wie heiden orphischen Mysterien. Nach Hygin (Fab.191) hat Midas (s. d.), der hier natürlich wiedurchweg die alte Sagengestalt und mit dem ge-schichtlichen König nur fälschlich zusammen-i geflossen ist, die dea mater zur Mutter, nach Fab.274 die phrygische Kybele. So ist diese Mutter-göttin des eselsohrigen, tiergestaltigen Berg-und Waldgottes keine andere als die grofseBergmutter ό-Γείη, ’ΐδαίη (von ίδη = Wald-gebirge), und die Erauengebräuche sind, wieschon Plutarchs Erwähnung gelegentlich desberüchtigten Skandals heim Feste der BonaDea nahelegt, obseöne. S. darüber ausführlichA. Dieterich, Philol. N. P. 6 (1894), 5. 8 f., dersie als Nominativ der Μίση (s. d.) und Μίσμη(s. d.) gleichsetzen möchte, hinsichtlich dessprachlichen Verhältnisses der Namen neben derMöglichkeit ursprünglicher Gleichheit (S. 6f.)jedoch mit Recht auch den Ausweg offen läfst,dafs diese MiSa &εός ( Μίδα als Genetiv) wirk-lich nur die Muttergöttin des Midaskults ge-wesen sei (S. 8). Wirklich gilt auch in demTexte, dem Hesych sein Lemma entnahm, diesesWesen als 'Göttin des Midas ’, da er erst andie ’νπό Μίδα’ beherrschten ' την Μίδα 9εύν’anhängt. Vgl. Midas, Mise. [Tümpel.]
Midamos (Μίδαμος), wohl korrupter Nameeiner der Söhne des Aigyptos, der von derDanaide Amymone getötet wurde, Hygin. fab.170. [Höfer.]
Midas (Μίδας). Zur ältesten Überlieferung überMidas gehört für uns die Erzählung bei Herod.8, 138, eine nordgriechische Sage. In denκήποι λεγόμενοι είναι Μίδεω τοϋ Γορδίεω inMakedonien unterhalb des Bermiosgebirgeswurde einst der Silenos gefangen, ώς λέγεταιυπό Μακεδόνων, es war in der Gegend, in derohne Kultur die sechzigblättrigen Rosen vonunvergleichlichem Duft wuchsen, die im ganzenAltertum berühmt waren (vgl. Nikander Georg.bei Athen . 15, 683 B). Herodot bezeichnet dieseTradition ausdrücklich als eine makedonischeLokalsage, und dafs es eine solche war, lehrt