2951 Mezentius (Kritik der Sage)
καί χατασχών τριετη χρόνον εξ, άν&ρώτιωνήφανία&η καί. τιμών ετυχεν ά&ανάτων) seienin ihrer Darstellung vpn dem ChronographenKastor abhängig. — d) Über die Sage des Wein-zinses hat Plutarch Quaest. Bom. 46 eine ab-weichende Wendung. Darnach trägt Mezentiusdem Aeneas den Frieden an unter der Be-dingung, dafs er von diesem die Jahresernteder Weinberge empfange. Abgewiesen vonAeneas verheilst er im Falle des Sieges denTyrrhenern diese Ernte, die nun Aeneas denGöttern weiht. Deshalb liefs er nach demSiege (über Mezentius) den geernteten Weinvor dem Tempel der Aphrodite ausgiefsen.Hier berührt sich Plutarchs Angabe mit OvidsFasten und wahrscheinlich mit Varro .
5. Beurteilung der Sage.
Die einander vielfach widersprechendenNachrichten stimmen darin überein, dafs deretruskische König Mezentius (von Caere) dieLatiner angreift, sei es unter ihrem KönigLatinus (vgl. die auf Verrius Flaccus zurück-gehenden Angaben), sei es unter Aeneas undAscanius, wie die von Cato vertretene Sage,die am verbreitetsten gewesen zu sein scheint,lautet. Nach dieser ruft ihn der von Aeneas besiegte Turnus, der Fürst der Rutuler, zuHülfe; in der Schlacht fällt Turnus undAeneas verschwindet, entweder auf wunderbareWeise (Cato, Cassius Hemina , Diodor, Dionys),oder er fällt am Numicius (Sisenna , TrogusPompejus), oder Mezentius tötet ihn (Appian ),oder er stürzt vor Mezentius fliehend in denNumicius und ertrinkt ( Servius zu Aen. 1 , 259;12, 794; 7, 150. Verg. Aen. 4, 620, nach unge-nannten Quellen), oder er besiegt den Mbzen-tius ( Flut. Quaest. Bom. 45) und tötet ihn(VergilAen. 10,896 ff. Ov. Fast. 4,877 ff.), ödererstürzt bei dem nach erfochtenem Siege dar-gebrachten Opfer in den Numicius ( Serviuszu Aen. 4, 620 nach ungenannter Quelle), odertrotz des Todes des Aeneas werden in dergenannten Schlacht die Etrusker und Mezen-tius geschlagen und der Tiber (früher Albula )wird Grenzflufs für beide Völker (Livius ), oderAscanius rächt den Vater in einem neuen Kriegedurch den Tod des Mezentius (Cato), oder vonMezentius in Lavinium schwer belagert schlägtAscanius durch einen glücklichen Ausfall dieBelagerer und zwingt Mezentius zum Frieden(Dionys, Dio Cassius ). Das Motiv des Wein-zinses, den Mezentius den Rutulern für dieerbetene Unterstützung gegen die Latinerauferlegt, ist wohl schon von Cato in dieAeneassage verflochten worden. Ursprünglichwar dies gewifs eine selbständige Sage. DennPlutarch Quaest. Bom. 18 hat eine alte Variantedieser Sage (wohl aus Varro geschöpft) erhalten:Die Römer weihten den Zehnten eines Gewinnesdem Hercules, weil er sie von dem an dieTyrrhener zu entrichtenden Zehnten befreithatte (ότι ’ Ρωμαίους vico Τνρρηνών δεχατενο-μένους άπήλλο!ξεν). Statt Hercules wird in derlatinischen Sage der Eponymus des latinischenStammes, Latinus, genannt gewesen sein undTurnus (Τνρρηνός bei Dionys u. s. w.), derEponymus der feindlichen Tyrrhener, ist wohl
Mezentius (Etymologie) 2952
zunächst der Vorläufer des Mezentius gewesen·dann trat neben Turnus Mezentius, neben La-tinus Aeneas in die Sage ein. Bald ist esLatinus, der in der Schlacht gegen Mezentius'auf wunderbare Weise verschwindet und daraufzum Iuppiter Latiaris erklärt wird ( VerriusF'laccus bei Festus p. 194), bald ist es Aeneas (Cato), der dann am Numicius als IuppiterIndiges sein Heiligtum erhält. Voraussetzungist dabei, dafs der Held zwar in der Schlachtfällt oder verschwindet, aber dafs er den Siegerfochten und sein Volk von der Fremdherr-schaft befreit hat. Auf den Einflufs der Fremd-linge deutet ebenso die Forderung des Tur-nus (TvQQTjvöe) hin, Eidam des Königs Latinuszu werden, wie die Forderung des Weinzinsesseitens des Mezentius. Jener Zug mag ur-sprünglich der lavinischen Sage, dieser deralbanischen angehört haben, wie Fr. Cauera. a. 0. 121 ff. auseinandersetzt. Näher liegtdie Annahme, dafs die Gestalt des Mezen-tius aus der caeritischen Sage stammt, daCaere schon im Jahre 390 als eine Rom be-freundete Stadt genannt wird. Die Weiter-bildung wird sodann die albanische Sage ge-geben haben, die durch das Geschlecht derJulier gefördert wurde: Ascanius rächt denVater, besiegt Mezentius, befreit Latium vonder Fremdherrschaft der Etrusker und erhältdafür den Ehrennamen Iulus . Die gentilesIulii zu Bovillae , die durch die Inschrift einesdort gefundenen Altars ( C. I. L.l, 807) bezeugtsind, könnten wohl in ihrer alten Genossen-schaft neben der Verehrung ihrer Ahnen Venus,Aeneas , Iulus derartige Sagen gepflegt haben.(Vgl. Tac. ann. 2, 41 mit der Erklärung Nipper-rley - Andresens und oben Sp. 614 Z. 61 ff.) —Übereinstimmung herrscht darüber, dafs derSage von Mezentius und Turnus die Er-innerung an alte Kämpfe zwischen den Etrus-kern und Latinern zu Grunde liege. Vgl. obenSp. 179 Z.49ff. Schwegler, Böm. Gesch. l ä , 287ff.329ff. Preller-Jordan, Böm.Myth. I 3 ,15; 2,321.328ff. L. Lange, Böm. Altert. I 8 , 68. Th.Momm-sen, Böm. Gesch. 1 , 126. 190f., der hervorhebt·,dafs durch diese Sage das hohe Alter einesblühenden Weinbaues inLatium bestätigt werde.K. 0. Müller-Deecke, Die Etrusker 1 , 108. 343.Hehn, Kulturpflanzen 3 70. Ed. Meyer, Gesch.des Altert. 2, 503 f. 702 ff., der annimmt, dafsdie Etrusker die Oberherrschaft über Latium und Campanien seit dem Ende des 7. Jahrh.gewonnen haben.
6. Die Etymologie des Namens Mezentius.
Otfr. Müller, Die Etrusker l 2 , 108 Anm. 121hält den Namen nicht für etruskisch, sondernfür oskisch, weil die Etrusker das z nicht ge-kannt hätten. Schwegler, Böm. Gesch. I 2 , 330Anm. 3 widerlegt diesen Einwand, denn dasfrüher für x gehaltene Lautzeichen der etrus-kischen Inschriften sei als z erkannt worden,und die Aussprache dieses z scheine wie ssgelautet zu haben ( ’Oövaosvg etr. Utuze). Dieswird bestätigt durch die Untersuchungen O.Rih'becks ( Bhein. Mus. 12 [1857], 419 — 425): Erstin der augusteischen Zeit kam z auf, die alteSchreibweise für z war ss oder di (vgl. Isiä·