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Vierter Band. Qu - S.
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131-132
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131 Roma (Hymnen; griecli. Tempelkulte)

gemeinen Niese, Hist. Zschr. N.F. 23, 481 ff.und über die Gruppierung der ÜberlieferungNiebuhr, E. G. 1. 119ff.; Schwegler, E. G.

1, 400).

Hymnen auf diese Heroine Roma habenwir von Ps.-Melinno (Stob. flor. 7, 13; vgl. dazuBirt, de Eomae urbis nomine p. 12) und vonMarianus (Philarg. zu Verg. Ecl. 1, 20 =F. P. E. S. 384); wenn letzterer Roma Aescu-lapi fdia nennt, so läßt sich damit der gemein-same Kult von Roma und Salus in Pergamon (C. I. L. 3, 399) vergleichen. Wenn so einer-seits die griechischen Historiker eine HeroineRoma erfanden, suchten andererseits die grie-chischen und besonders kleinasiatischen Städteihrer Unterwürfigkeit gegen Rom durch Ein-richtung eines Kultes der Τύχη Ρωμαίων oderder dea Roma Ausdruck zu geben, wenn siemit der mehr und mehr nach Osten übergrei-fenden römischen Macht in Berührung kamen.

So rühmten sich die Smyrnaeer als dieersten bereits im Jahre 5ö9 = 195 ein templumUrbis Romae in ihrer Stadt begründet zu haben( Tac. aunal. 2, 60); andere Städte folgten ihremBeispiel wie Alabanda in Karien (Liv. 43 6,5), das einen Tempel der dea Roma erbaute undjährliche Spiele ihr zu Ehren einführte, wieauch Münzen von Alabanda mit der Aufschriftfff« 'Ρώμη bestätigen ( Eckhel Ώ. N. 2 S. 571;vgl. Katalog des Brit. Mus. 18, S. 4 u. 19).Polybius 32, 3, 3 berichtet z. J. 593 = 161:Άριαρά&ης (König von Kappadokien ) äh τη τε'Ρώμη ατεφανον από χρναών μνρίωνύπεμψε (vgl.Pauiy-Wissowa, Β.-Ε. 2, Sp. 818) und weiter32 6, 1 z. J. 594 = 160, daß sowohl Deme-trios I., König von Syrien, nach Rom eine Ge-sandtschaft schickte, um der dea Roma kost-bare Kränze überreichen zu lassen, wie seinkappadokischer Günstling Orophernes ( Polyb.32 24, 4 z. J. 597 = 157). An verschiedenenOrten werden 'Ρωμαία, der dea Roma zu Ehrenabgehaltene Spiele, erwähnt, so in Athen gegenEnde des 2. Jahrh. v. Chr. ( C. I. A. 2, 953);auch wird für Athen inschriftlich schon zuEnde des 2. Jahrh. v. Chr. ein ίερενς 'Ρώμηςerwähnt (C. I. A. 2, 985 D 1, 9; E 51), abermöglicherweise stammte dieser aus Delos ; diein Athen an den Kult des Demos und der Cha-riten angeschlossene Verehrung der Roma gehörtin spätere Zeit (C. 1. A. 3, 285 Ιερενς Λήμουκαι Χαρίτων και 'Ρώμης·, vgl. Audeich, Topo-graphie Athens in Müllers Häb. S. 235).

'Ρωμαία finden wir ferner gegen Ende des

2. Jahrh. v. Chr. auf Rhodos , wo der Roma zuEhren penteterische Spiele gefeiert werden(Inscr. graec. ins. mar. Aeg. 1, 730), in Chalkis werden an den ' Ρωμαία Faustkämpfe aufgeführt(Inscr. graec. 7, 48 nach 196 v. Chr.); das Volkder Melier ehrt die Roma um 149 v. Chr. durchein ehernes Standbild und einen goldenen KranzInscr. graec. 3, 1097); ein βωμός τής ' Ρώμηςbefand sich auf der Insel Astypalaea ebd. 3,173. 50 i. J. 649 = 105. Auch für Delos istder Kult der Roma bezeugt (vgl. Bull, hellen.18 [1894] p. 113); er scheint durch die schongenannte Inschrift C. I. A. 2, 985 D 1, 9, E 51bestätigt zu werden; die Inschrift enthält einVerzeichnis der von delischen Priestern ge-

Roma (späte Anfänge d. röm. Kultes) 132

weihten Zehnten, und es werden unter ihnenum 100 v. Chr. an den genannten Stellen auchmehrere Priester der Roma erwähnt. In My-tilene wird άϊβ'Ρώμη Νι··χηφό[ρος\ genannt aufeiner Inschrift, die von den dem Caesar nachder Schlacht bei Pharsalus dargebrachtenEhrungen handelt (Inscr. gr. ins. mar. Aeg. 2,

25, 5). Von kleinasiatischen Gemeinden habenbesonders die Lykier den Kult der dea Roma eifrig gepflegt, wie bezeugt ist für Balbura(Inscr. graec. ad res Bom. pert. 474) und fürOenanda ebd. 490 in einer Inschrift, in welcherder Rat von Termessus minor durch ibufstellungeiner Bildsäule den Marcus Aurelius Onesipho-ros*) ehrt: αρξαντα καί Λνκίων τον κοινού'ιερωβννην&ς 'Ρώμης, τον άξιολογώτατον άρ- |χιφνΧακα των Λνκίων; ein fünfjähriger Agon Jwird für die fff« 'Ρώμη ενεργετιάι im Senatus jconsultum de Stratonicensibus d. J. 81 n. Chr. jbestimmt (Dittenberger, Orient. Graec. Inscr. jsei. 441, 134). Einer etwas früheren Zeit, etwadem Beginn des ersten nachchr. Jahrh., gehörteine weitere Inschrift an, auf der Roma ge-nannt wird; sie diente als Aufschrift einer vom !κοινόν Βηρντίων Ποαειδωνιαατών (= sodalitas jBerytiorum mercatorum) der ' Ρώμη fff a ge- jweihten Basis (Dittenberger, a. a. 0. 591, 4). jIn Rom selbst wird die dea Roma auf zwei jundatierbaren griechischen Inschriften genannt jC. I. Gr. 3074 und 6218.

Das Verhältnis dieser auswärtigen Roma - ]kulte zur römischen Staatsreligion kommt am ίdeutlichsten dadurch zum Ausdruck, daß aus- )wärtige Gemeinden dem Iuppiter Ο. M. auf )dem Kapitol ein Bild der Roma weihen, so iz. B. das schon erwähnte κοινόν των Λνκίων ϊmit einer zweisprachigen Inschrift; sie stiften ,Eoma(m) Jovei Capitolino et poplo Eomano :(C. I. L. 1, 589 = 6, 372 = Inscr. gr. Sicil. ital.nr. 986 = Dittenberger, Orient, gr. Inscr. 551)und zwar i. J. 81 v. Chr. (vgl. auch G. Fougeres ,de Lyciorum communi Paris 1898, p. 58). Dem-entsprechend hält auch die Iuppiterstatue desvon Quintus Lutatius Catulus restaurierten Ka-pitols eine kleine Roma auf der Hand (Cass.Dio 40, 2, 3; vgl. Suet. Aug. 94). Immer jedochist festzuhalten, daß Roma für die Römer keinGegenstand göttlicher Verehrung ihre eigent-liche Divinisation erfolgte ja erst unter Ha-drian sondern, als Personifikation der Haupt- jstadt und des Staates, ein Bestandteil des jbildlichen Ausdruckes ist, mit dem Dichtungund bildende Kunst schalten. Bei Betrachtungdes literarischen Materiales werden natürlich ]nur solche Stellen für uns in Betracht kommen, ;wo durch eine Personifikation deutlich gemacht :ist, daß es sich um die dea Roma handelt. ;Mit Kybele vergleicht die Roma Vergil (Aen.

6, 785): Qualis Berecynthia mater || invehiturcurru Phrygias turrita per urbes laeta Deumpartu·, Ovid spricht Trist. 3, 8, 51 von einerMartia Borna (vgl. Cons. ad Lix. 246 = P. L.

Μ. 1, 113; Martial. 5, 195). Bei Lucan (Phars.

1,185 ff.) erscheint die Göttin dem am Rubikonstehenden Caesar: turrigero canos effundensvertice crines. Roma wird bald als die mäch-tige gepriesen, bald als die Allmutter, so von

*)WahrscheiDlieh stammte dieser aus Oenandis.

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