761 Set (in. Horus kämpfend)
gegeben war’ (1, 2). Zum 25. Thot: 'Sechmet zog aus, um die Genossen des Set zu schlagen’(2, 4); die 'Genossen des Set’ sollen am 14.Pharmuti vernichtet (?) sein (22, 2).
3. Prozeß zwischen Horus und Set. Einanderer Zug im Mythus sagt uns, daß Horus und Set nicht miteinander um die Herrschaftkämpften, sondern sie unterwarfen sich einemGericht der Götter; dieses wies Set ab undwandte Horus den Thron seines Yaters zu.'Horus wurde mit Set zur großen Halle (?) inHeliopolis geführt, als über die Hoden des Setmit Horus verhandelt wurde (Pap. Ebers 2, 3).'Horus nahm das Haus seines Yaters von demBruder seines Vaters vor Geb’ ( Pyr. ed. Sethe1219). Von der Hilfe anderer Götter weißauch der folgende Bericht aus der Spätzeit(Pap. Salt 825.4, 7—5,8 nachGardiner unpubl.):Re, Thot, Schow und Tefenet setzten ihrenSohn Horus, Sohn der Isis, Sohn des Osiris ,auf den Thron seines Vaters, sie warfen Setnieder und brachten ihn nach der geheimenRichtstätte, wo Horus ihn vernichtete. DieserGott ließ sich in Edfu nieder und vernichtetedie Seelen der Feinde, die dort waren. DieGötter und Göttinnen schützten Horus . Aberdas Blut des Set fiel in das Land von Oxy-rhynchos, das Land von Nubt, das Land vonSesesu, das Land der Oase Dachle und dasLand der Oase Charge (zu diesen Kultstättendes Set vgl. oben C V). Um zu vermeiden,daß die Seele des Set die Richtstätte verlasse,mache man Wachsfiguren von dem Bösen undzerschneide seinen Namen. — Einen Prozeßzwischen Horus und Set kennt auch Plutarch (de 1s. cap. 19): Nach seiner Besiegung durchHoros verklagte Typhon den Horos bei denGöttern wegen unehelicher Geburt; aber Horoswurde von ihnen auf Betreiben des Hermes alslegitim anerkannt. Dann wird Typhon end-gültig vernichtet (vgl. unten c 6).
1. Eine Reihe der verschiedenartigsten Er-zählungen zwischen Horus und Set sind inptolemäischer Zeit gesammelt worden von denPriestern von Edfu , die für Horus Behedti,den Sonnengott von Edfu, wie für Horus , denSohn der Isis , interessiert waren.*) Ein Teilvon ihnen gehört ausschließlich der Osirissagean (vgl. oben a); ein anderer stellt eine merk-würdige Vermischung dar zwischen den Sonnen-mythen und den Osirissagen (vgl. oben H IV).In diesen Erzählungen (Meyer, Set-Typhon 24)haben die Gegner bald die Gestalt von Männern,bald von Tieren; hier kämpfen sie allein, dorthelfen andere Götter; hier entflieht der ver-wundete Set, dort ist Horns in Bedrängnis;gelegentlich ist der Ausgang unentschieden,an anderer Stelle vernichtet Horus den Bösengänzlich. Diese verschiedenen Redaktionengeben lokale Sagen wieder, in denen alle Detailsverschieden überliefert sind; deshalb wechseltauch der Schauplatz des Kampfes je nach demOrte, aus dem die betreffende Fassung stammt.
2. Die erste Erzählung (Navüle, Mythe
*) Zur Darstellung des Kampfes während der Festevon Edfu vgl. oben J II b.
d’Horus [Geneve-Bäle 1870] p. 6—7. pl. 1—11;unpubl. Bearbeitung von H. Junker ) schil-dert, wie Horus von Edfu nacheinander neunSpeere in ein Nilpferd stößt, das meist nurder Böse, der Unhold, der Feind u ä. genanntwird. Aber aus gelegentlichen Erwähnungenergibt sich, daß Set mit ihm gemeint ist;'Horus lief umher, um Set zu vernichten’ (pl. 1).Als das Nilpferd vom dritten Speer verwundetist, sagt Isis zu Horus : Durch den Himmelschallt 'die Stimme des Wehklagens meinesBruders Set, mein Sohn Horus hat ihn erschlagen’(pl. 3). Endlich 'fällt Set als Nilpferd nieder’(pl. 11). Möglich ist, daß in ihr eine Erinne-rung an den Kampf der Diener des Horus(Edfu , Hierakonpolis) und des Set (Nubt, Ne-gade) fortlebt, der sich in frühdynastischerZeit abgespielt hat. Ein wesentlicher Einschlagist sicher die Vorstellung von dem Sonnengott,der seine Feinde, die Genossen der Apophis-schlange, niederwirft. Aber diese und andereMythen sind eingeschmolzen in die Handlungdes Osirismythus: Horus, der Sohn des Osiris und der Isis , rächt die Ermordung seinesVaters an dem bösen Set; unter Beihilfe deszauberkundigen Thot erstechen Horus und dieneun Dämonen Set, der sich in ein Nilpferdverwandelt hat.
3. In der zweiten Erzählung (Navüle pl.12—21) ist Set nicht mehr nur der Böse und derGegner des Osiris , sondern der HerrscherÄgyptens nördlich von Edfu . Re-Harachte derGötterkönig dringt von Nubien aus mit Hilfeseines Sohnes Horus Behedti , des Sonnengottesvon Edfu , vor, um seine Feinde niederzuwerfen.Die Gegner haben sich in Krokodile und Nil-pferde verwandelt, von denen Horus zunächstbei Edfu 651 Stück tötet (pl. 13). Die Fahrtgeht nach dem westlichen M ert-Gau (Oxyrhyn-chos; vgl. oben C III) gegen 'diese Gefolg-schaft des Set, die an diesem Orte ist’. Horus vernichtete 381 der Feinde — da trat Set herausmit Klagegeschrei und stieß ein Gebrüll auswie das des Horus Behedti , wenn er den Feindtötet. Horus Behedti kämpfte mit ihm umMittag und schleuderte den Speer gegen ihnund vernichtete ihn am Erdboden an diesemOrte. Horus Behedti kam und brachte denFeind, dessen Fessel an seinem Halse lag, ...Re sagte zu Thot: Gib die Genossen des Setder Isis und ihrem Sohne Horus ; sie sollen mitihnen tun alles, was ihr Herz begehrt. Daschnitt Horus, Sohn der Isis , den Kopf seinesFeindes und seiner Genossen ab vor seinemVater Re und der großen Götterschaft (pl. 14bis 15). Nun wird offenbar eine Variante ein-geschoben : Horus Behedti und Horus Sohn derIsis in Gestalt von Männern mit Falkenkopftöten gemeinsam 'diesen elenden Feind undseine Genossen’. Da verwandelte Set sich ineine Schlange, indem er brüllte; er drang un-gesehen in die Erde ein an diesem Orte (Oxy-rhynchos). Re sprach: Der Böse hat seine Ge-stalt verwandelt in die einer Schlange, indemer brüllte; setze Horus Sohn der Isis als Stabmit Falkenkopf oben auf ihn, damit er garnicht wieder herauskomme (pl. 16). Dann hebtdie Fahrt des Re-Harachte von neuem an, als
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