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Vierter Band. Qu - S.
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763-764
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763 Set (mit Horus kämpfend)

ob der Böse gar nicht vernichtet wäre. Setverbündete sich mit seinen Genossen im nörd-lichen Gewässer, das in Mittelägypten zu liegenscheint; wieder wirft Horus Behedti die Feindefür Re-Harachte nieder (pl. 16).

4. In völlig veränderte Verhältnisse führtdie nächste Redaktion (pl. 21): Als Horus , Sohnder Isis , im Osten von Bdfu kämpfte, klagteIsis : 'Mein Sohn ist klein und Set kämpft mitihm und bat Horus Behedti: 'Rette Horus vorSet, er kämpft um seinen Thron. Er fandHorus mit Set kämpfend am Ufer und er retteteHorus vor Set, während der Himmel stürmteund tobte.

5. Eine der folgenden Erzählungen ( Navillepl. 223) berichtet: Set Sohn der Nut nahmdie Gestalt eines roten Nilpferdes an und gingnach Elephantine. Horus Sohn der Isis folgteihm mit Hilfe eines starken Nordwindes, er-reichte ihn bei Edfu und warf seine Harpunengegen ihn. Als der erste Speer die Nase desNilpferdes zerrissen hatte, floh Set nach Nordensamt seinen Genossen, den Krokodilen. In Peund Dep (der alten Königs-Doppelstadt desDelta) erhält Horus, Sohn der Isis , das Amtseines [Vaters Osiris ], nachdem er das roteNilpferd geschlachtet hatte. Damit wurde eralleiniger Herr des ganzen Landes. In eineranderen Erzählung ( Naville pl. 24) ist Horus (nur so genannt!) der Herr von Oberägypten :und dem Delta, der auf dem Throne seinesVaters Osiris saß und in dessen Gefolge alleGötter und Göttinnen waren. Er fand [Set],der sich in einen roten Stier verwandelt hatte.Sie kämpften, Horus brachte ihn zu Fall undschnitt seinen Schenkel ab. Der Kampf scheintbei Herakleopolis (Elmas) gespielt zu haben.

6. Die klassische Überlieferung. Eine derzu den Mythen von Edfu (vgl. oben c 1) ge-hörigen Darstellungen erwähnt Eusebius (prae- <par. evangel. 3, cap. 12): ein heiliges Symbolin Apollinopolis soll aus einem falkenköpfigenMann bestehen, der mit einer Lanze den Typhonin Gestalt eines Nilpferdes ersticht. AuchSpuren der in Edfu überlieferten Mythen findensich in der klassischen Überlieferung, der sieja zeitlich nicht so fern stehen wie die älterenFassungen ( Jabionski, Pantheon 2, 60ff.), Plu-tarch (de 1s. cap. 50) deutet an, daß Typhonin ein Krokodil verwandelt vor Horus geflohen isei (vgl. Aelian de nat. anim. 10, cajD. 21).Sonst berichtet er nur wenig von dem Kampfder beiden Götter. Viele der Genossen desSet gingen zu der Partei des Horus, dem Sohneseines Bruders und Vorgängers Osiris , über,darunter auch sein eigenes Kebsweib Thueris(vgl. Artikel 'Toeris). Das Kämpfen selbstdauerte viele Tage, endlich übergab Horus dengefesselten Typhon der Isis (vgl. oben b 2).Dann folgt die Klage des Typhon vor den fGöttern (vgl. oben b 3). Am Ende wird Typhonnochmals und nun endgültig in zwei Schlachtenvernichtet (de Is., cap. 19). Eiodor 1,17 kenntals Schauplatz des Kampfes Antaios (= An-taeopolis, vgl. oben C II b). Dieses wird einelokale Tradition sein, genau so wie die An-gaben des späten Fajjumpapyrus (Lanzone,Les papyrus du Lac. Moeris; Pleyte in Amster-

Set (u. das Horusauge)

dam. Äkad. 1886), der den Kampf zwischenHorus und Set (ed. Lanzone 1, 36 = Pleyte1, 16), sowie andere Ereignisse der Osirissagean Orte des Fajjums verlegt.

d) Anschließende Darstellungen.

Eine Reihe von bildlichen Darstellungenknüpfen an den Kampf des Horus mit Set an;sie sind sämtlich nach dem neuen Reich ent-i standen und schließen sich den in dieser Zeitgültigen Fassungen des Mythus an. Die In-schriften mit den Mythen vom Kampf in Edfu (vgl. oben b) sind von einer Reihe von Dar-stellungen begleitet, die zum Teil auf ältereVorbilder zurückgehen. Auf den Kampf be-zieht Pleyte (Religion pl. 9, 1 zu p. 184) dieLeidener Statue eines Horus, der auf einerAntilope (ohne Hörner, ziemlich lange Ohren)steht. Auch bei den zahlreichen Stelen derSpätzeit mit einem Bilde des Horuskindes, dasauf Krokodilen steht und Schlangen erwürgt,könnte Set als der Böse gemeint sein, derdiese Tiere sendet (vgl. Goleniseheff, Eie Met-ternichstele, Lpzg. 1877). In der Darstellungder Osirismythen im Opet-Tempel zu Karnak (Ptol. IX.) schlägt Horus neben dem auf derBahre liegenden Osiris mit der Keule einenMann mit Eselskopf nieder, den er an denlangen Ohren faßt ( Lepsius, Eenkm. 4, 29 b).Eine Bronze römischer Zeit (Berlin 13 201)stellt Horus dar, der mit der Lanze nach Setsticht; ähnlich eine Terrakotte (Berlin 9685 =Erman, Religion Abb. 148), die den Set weg-gelassen hat. Die interessanteste Darstellungdieser Art findet sich auf einer Sandsteinplatteim Louvre ( Clermont-Ganneau in Rev. archeol.NS 32 [1876] 196. 372. pl. 18 [reprod. in Ro-schers Lexikon Bd. 1, Sp. 2747]. 34 [1877] 23; vgl.Clermont-Ganneau, Etudes darcheol. Orient. I[Bibi. Ecole haut. etud. 44, Paris 1880] 78):der falkenköpfige Horus in römischer Tracht,auf einem Pferde reitend, ersticht ein Kro-kodil.

e) Das Horusauge.

1. Die Mythen. Bei dem Kampf soll Setdem Horus das Auge verletzt und Horus dieHoden des Set beschädigt haben; Horus ge-wann sein Auge wieder zurück und gab esdem Osiris . Auf diesen in den Einzelheitenüberlieferten Zug des Mythus wird häufig an-gespielt, ohne daß wir ihn ganz verstünden.'Set hat das Auge des Horus verletzt, als seineHoden verstümmelt waren ( Pyramidentexte ed.Sethe 594; vgl. 679). Andere Stellen sprechenvon der Zeit, als 'das Horusauge noch nichtausgebohrt, die Hoden des Set noch nicht ab-geschnürt waren ( ebend. 1463); und von 'allemBösen, das Set gegen dich (Horusauge) getanhat (ebend. 1595). 'Horus nimmt sein Augedem Set (wieder) weg, er gibt es dir (Osiris ),dieses sein süßes Auge (ebend. 591). Viele vonden Sprüchen zu Opfergaben enthalten einWortspiel oder eine Anspielung auf die Ver-letzung des Horusauges durch Set; das Opfer(= Horusauge) war verletzt, nun wird es geheiltund dem Toten (= Osiris ) zur Speise gereicht(ebend. 2080 passim). Eine Opferspeise 'istdas Auge des Horus, das er von Set erlangt