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Vierter Band. Qu - S.
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1359-1360
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1359 Sphinx (stilist. : Befliigelung etc.)

Griechen aus Rhodos (Salzmann, Necrop. deGamiros Taf. 42: schreitende Sphinx zwischenzwei Vögeln), dem Nildelta (Dümmler, Jahrb.des Archäol. Inst. 10, 1895, S. 39 Fig. 2: Am-phora von Daphnae) und Kleinasien (Schuch-hardt, Schliemanns Ausgrab. S. 103 f. Fig. 91. 92),endlich auch auf einigen frühattischen Ton-

16) Sphinxrelief auf einem Pithos von Kreta ("nach Poulsen Abb. 197).

gefäßen (Pernice, Athen . Mitt. 20, 1895, Taf.3,1. 2). Indem so die hellenische Kunst frem-des Gut in sich aufnahm, suchte sie es dochgleichzeitig umzubilden und ihr überlegenesSchönheitsgefühl wirken zu lassen. In kühnemSchwünge werden die Flügel nach innen auf-gebogen und erhalten dadurch die bekanntearchaische Sichelform (vgl. Eurtwängler, Die

ant. Gemm. 3,72; PoulsenS. 90 f. 103).Das vorläufigälteste Bei-spiel (8. Jhrh.)der sichelför-migen Flügelaus griechi-schem Bodenist(Fig.l7)dienebenstehen-de Statuetteaus dem Arte-mision vonEphesos ( Ho-garth, Excav.17) Elfenbeinfigur vom Artemision in atEph. Taf.21,Ephesos (nach Poulsen Abb. 109). 4* JPoulS6'H

S. 103 f. Abb.

109), deren gefiederte Brust chetitische Vorbil-der hat und auch für den späteren ionischenTypus charakteristisch bleibt (Lötvy, Osterr.Jahresli. 12, 1910, S. 260 ff.) Melische und rho-dische Vasen bieten die weiteren Beispiele fürdieses Flügelschema, worin man 'eine der erstenTaten des idealisierenden und streng stilisieren-den griechischen Kunsthandwerkes (Furtiväng-ler, Bronzefunde aus Olympia S. 53) gesehen hat.Der Übergang ist natürlich nicht unvermittelterfolgt. Betrachten wir z. B. die Sphinxe der

Sphinx (stilist·.: Befliigelung etc.) 1360

Dodwellvase, so sehen wir die Neuerung sichan ihnen erst anbahnen; und die Durchmuste-rung einer sfg. Gruppe des angehenden 6. Jahrh.von unbestimmter (nach Dümmler pontischer)Herkunft zeigt uns manche Schwankungen, in-dem beispielsweise auf derselben Amphora derGreif zwar bereits gerundete, die Sphinx jedochaltertümlich gestreckte Flügel hat (Dümmler,Rom . Mitt. 2, 1887, S. 182 Taf. 6; dazu Karo,io Strena Helb. S. 150, 6. 152 Fig. 3; s. auch diebeiden sich gegenübersitzenden Sphinxe mitverschiedenem Flügeltypus auf einem Sarko-phag von Klazomenä im Bull, de corr. hell. 19S. 71). Die Federn sind oft in die Flügel-konturen ein gezeichnet, oft auch selbstän-dig behandelt; typisch für die erstere Artist das Schema von Melos und die kyrenä-ische Sphinxschale (Archäol. Ztg. 1881 Taf.13, 6; vgl. die sfg. Kylix des Tleson, wo dienach 1. sich umschauende Sphinx den 1.Vorderfuß erhoben hält; Klein, Gr. Vasenmit Meistersign. S. 75 nr. 33), für letzteredie mit breitem Pinsel bemalten rhodischenSphinxteller und in feinerer Ausführung dieSphinxe der Framjoisvase.

Zahlreich vertreten ist der Typus mit auf-gebogenen Flügeln auchauf Münzen. Das öst-lich eV erbreitungsgebiet30 der Sphinx brachte es mitsich, daß sie sich besondersauf den Prägungen klein-asiatischer Städte und In-seln vorfindet. Am häufig-sten ist sie auf den Münzenvon Chios , von den An-fängen der dortigen Prä-gung bis in die Kaiserzeit,in sitzender Stellung, oft40 mit Amphora und Wein-traube, auch von einer Weinranke umgeben.Beispiele mit aufgebogenen Flügeln aus denZeiten des archaischen und freien Stils abge-bildet bei Percy Gardner , Types of Greek coinsTaf. 4, 6. 10, 13 und (Fig. 18) Imhoof-Blumer u.Keller, Tier- u. Pflanzenb. Taf. 13, 8. 9. Vgl. fürChios : Mionnet, Descript. de nied. 3, 265278nr. 1128, Suppl. 6, 388 ff.; Friedländer u.Sollet, Kgl. Münzkab. nr. 25 f. 81 f; Imhoof-50 Blumer, Monnaies grecqiies S. 297ff. nr. 134ff.;Head, Histor. numor . 2 S. 5f.; Svoronos, Bull, decorr. hell. 18, 1894, S. 114. Sie wurde in ähn-licher Weise das Wappen von Chios , wie derGreif das von Teos und Abdera., woraus sicherklärt, daß sie auch auf einem Bleigewichtder Insel (Mine) über der Weinamphora sit-zend erscheint (publiziert von Studniczka, Athen .Mitteil. 13, 186). Man darf annehmen, daß sieals chthonisches Wesen Beziehungen zu Dio-60 nysos hatte, der ja auch chthonischer Gottwar, und daß diese auch sonst erkennbarenBeziehungen sich nicht erst später aus ihrerEigenschaft als Wappentier der weinreichenInsel ergeben haben. Aufgebogene Flügel wieauf Münzen von Chios kommen auch bei demsitzenden Sphinxtypus von Gergithos in derTroas vor (Mionnet, Descr. de med. V Suppl.S. 359 nr. |96; Stephan. Byzant. s. v. Pspyig;

18) Münze von Chios (nach Imhoof-Blumer u.Keller, Tier- u. Pflan-zenbilder Taf. 13, 9).