Band 
Vierter Theil.
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Vevay.

Geschichte. Vevay hiefs zur Zeit der Rö-mer Bivisctim , und lag an ihrer grofsen Heer-strafse, ans Italien über den Bernhards - Berg,nach der westlichen und nördlichen Schweitz . VonVevay lief die Stralse nach Bromagutti (welchesbey dem See de Bray lag), Moudon , Avenche ,u. s. w. (s. Wallis ). In der Kirche zu St. So-phorin ist ein römischer Meilenzeiger, welcher sagt,dafs von Ve\ay bis Avencjies 37000 Schritte seyn;er wurde im J. 47 der christlichen Zeitrechnungunter Kaiser Claudius errichtet.

Merkwürdigkeiten. Die Lage dieser Stadtist durch die blendende Mannigfaltigkeit sowohleiner wilden und erhabnen, als hinwieder einerreitzenden und schönen Natur, einzig. Der pracht-volle See, die reitzenden Hügelufer voll Städte,Dörfer und Schlösser, die furchtbar melancholischenFelsen von Meillerie, tJie erhabnen Gebirge desWallis , die Gletscher des Tain du Sucre (einTheil des grofsen Bernhards ), die herrlichen Al-pen, mit Sennhütten besetzt, oberhalb Montrtux,u. s. f., erzeugen einen ewigen Wechsel von An-sichten und Naturgemälden, welche unbeschreib-lich sind. Diese ausserordentlich herrliche Lige,nebst der Fruchtbarkeit und dem Klima.WarnerLänder, hat Vevay von jeher zu einem Liebliigs-aufenthalte der Reisenden gemacht. Es herrschtunter den dortigen Einwoltnern eben so viel Ge-selligkeit, als in Lausanne , aber weniger Pruik,Glanz und Leichtigkeit. Auch ist es hier nich sotbeuer , wie dort. Es giebt hier Pensionsanstaltm ;auch Landhäuser, welche vermiethet werdenEin Naturalienkabinet bey dem H. Doktor Lev<de.