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Schiller in seinen Dramen / von Carl Weitbrecht
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springt auf einmal ein junger deutscher Dramatiker undTragiker auf die lebendige Bühne, wie die Nation nochkeinen gesehen, keck und jugendlich unbändig und dochschon als Dramatiker und Tragiker mit einer künst-lerischen Reife und Sicherheit angethan, die ihresgleichensucht. Seit denRäubern" hat die deutsche Nation einenTragiker, der es ist vom Wirbel bis zur Zehe und der mitden großen Tragikern aller andern Nationen es kecklichaufnehmen kann.

Das landläufige Urteil über dieRäuber" lautet freilichetwas anders: ein zwar geniales, aber doch wildes, rohes,unreifes Jugendwerk, das zwar viel verspreche, das manaber eigentlich vor seinen eigenen Wüstheiten zuerst ent-schuldigen müsse, ehe man es unter den Werken des KlassikersSchiller mit gelten lassen könne und so weiter! Jawohl: es ist vieles in denRäubern" wild, roh, unreif,wüst, geschmacklos sogar und unwahr und keiner hatdas schärfer kritisch hervorgehoben als Schiller selbstaber damit ist noch gar nichts gesagt, das trifft nur dieSchale, nicht den Kern. Das trifft kaum je die Bildungder Charaktere und die dramatische Handlung, das haftetmehr nur an Einzelheiten der Sprache und Ausdrucksweise und auch das ist nicht halb so schlimm, wie die literarischeSchnltradition zu behaupten pflegt. Vielmehr sobaldman eine verhältnißmäßig geringe Anzahl von Ausdrückenund Wendungen auf sich beruhen läßt, als Ausbruch jugend-licher Kraftüberfülle, Gefühlsüberschwenglichkeit oder nochnicht genügend gemäßigten Geschmacks in Gottes Namenmit drein nimmt sobald man mit andern Worten auchdie berüchtigte Sprache derRäuber" auf ihren eigentlichen