ist und doch von einem Tragiker ersten Ranges stammst inhöchst belehrender Weise sehen, unter welchen Bedingungenallein ein sogenanntes Schauspiel gelingen kann, etwasanderes werden kann als eine verpfuschte Tragödie oderKomödie. Es gibt noch einige wenige andere Schauspielein der deutschen Literatur, an denen das gleichfalls zu sehenist, aber bei Schillers „Teil" liegen die Bedingungen ganzbesonders günstig. Lessings „Nathan", Goethes „Jphigenie",Kleists „Prinz von Homburg" stehen unter ähnlichen Be-dingungen — und das Gemeinsame in allen ist ein Doppeltes.Einmal ist in dem Konflikt zwischen Leben und Leiden, derunter anderen Umständen zum Tragischen führen müßte, derLebenswille von vornherein der Leidensnotwendigkeit ineiner Weise überlegen, daß ein eigentlich tragischer, tätlicherKonflikt gar nicht aufkommen kann, daß der Dichter ihmnicht erst die Spitze abzubrechen braucht, um eine tragischeKatastrophe zu vermeiden. Diese Überlegenheit des Lebensliegt sowohl in den Charakteren als in den Verhältnissen,das einmal stärker hier, das andre Mal stärker dort oder auchgleich stark in beidem. Das Andere aber ist, daß die be-sondere Art des Stoffes es gestattet, den dramatischen Kon-flikt völlig zum Austrag zu bringen innerhalb der Grenzen,welche das Wesen des Dramas und !seine Technik einmalunerbittlich zieht. Das alltägliche Leben bringt Konfliktegenug, bei denen der Sieg des Lebens von vornhereingewiß ist; aber in den meisten Fällen ist der Konflikt ent-weder nicht bedeutsam genug, um überhaupt für ein drama-tisches Kunstwerk auszureichen, oder der Austrag des Kon-fliktes vollzieht sich in einer so allmählichen, vielfach ver-mittelten und in seinen Momenten auseinanderliegenden
zuletzt gesucht
- Noch keine Suchworte
Letzte Trefferliste
Die letzte Trefferliste besteht aus Ihrer letzten Suche, samt Filter- und Sucheinstellungen.
AnzeigenSchliessen
JPEG-Download
verfügbare Breiten