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-— die reizende Philosophie,
Die, was Natur und Schicksal uns gewahret,
Pcrguiigt genießt und gern den Nest entbehret,
Die Dinge dieser Welt gern von der schönen SeiteBetrachter und auf die guten vcutcDer Unterwelt, so sehr sie Thoren sind,
Nie böse wird, nur lächerlich sie findetUnd sich dazu — sie drum nicht minder liebt,
Und glücklich oder nicht, die Welt
Für kein Elhsiuni, für keine Hölle hält —
und das ist Kunst! Unsere Moralisten sind Hcraklitc und Jean Jac-ques, wenn sie in Einsamkeit und Entsagung, in Mangel und ArmuthPredigen; in Gesellschaft, im Wohlstand und Glück wären sie os-torisxaribns lauter Dcmokritc und Voltairc's. Indessen gibt es Finster-linge, namentlich in England, denen Uonng und Harvcy besser behagenals Sterne und Ficldiug, und Don Qnixotc weit weniger, als Bunhan'sIlllgrim's xroxress into etornit^. ^
Wir weinen über Dinge, die keine reelle Uebel sind; sollten wirnicht auch über Dinge lachen können, die kein reelles Gut sind? Wirsehen täglich, wie dem Frohsinn Alles leichter wird, wie vcrtragsamund thcilnchmend heitere Laune ist, sollten wir sie nicht zu unserenPflichten zählen? Es kommt nur darauf an, wie die Seele gestähltist, aber im Ganzen wird der neue Mensch nnr immer über den altenangezogen. Jesus ruft uns zn: „Freuet euch allezeit, seid fröhlich mitden Fröhlichen," und Epiktct verschrieb uns ein herrliches Lachrczcpt,das anch Sterne znm Motto seines Tristram Shandy wählte: „Nichtdie Dinge selbst, sondern unsere Meinungen über diese Dinge affi-circn uns." So bildete sich mein ländlicher Freund das Hans vollFranzosen ein, er sei zn Paris und Gast der Franzosen, gedachte desaltdeutschen Rechts der Gütergemeinschaft und saß stets mit heitererMiene beim schlimmen Spiel in seinem mit Franzosen angefülltenGastzimmer bei immer leerer werdender Küche und Keller.
Das Einlaßbillct znr Freude ist ein gutes, ruhiges Herz, das mitOnkel Toby zn der gehaschten Fliege spricht: „Gehe, ich will dir nichtsthun, gehe! die Welt ist weit genug für mich und dich." Gcistcsfrci-hcit ist die Mutter des Frohsinns, und der beste Stand für diese Frei-heit der Mittelstand, an Ehren wie an Gütern. Genießen ist keineKunst, aber mit Weisheit genießen, bringt allein noch Blumen imSchnee des Alters nnd ist der heitere Himmel zwischen Regenwolken.
> LlS Pilgiri Rüst in di« Cwiglt».