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Duck dich und laß vorüber gähn,
Das Wetter will seinen Willen han.
Hiob bekam alles Verlorene zwiefältig wieder, große Hecrden,Schafe, Kameelc, Rinder, Esel nnd 140 Jahre, so daß er Kinder undKindskinder sah bis ins vierte Glied. Nur der, der im Lauf einesstürmischen Lebens sein reich befrachtetes Schifflcin in den Abgrundsinken sah nnd sich selbst kaum aus Ufer rettete, fühlt in dörflicherResignation, was Sccstillc nach dem Sturme sagen will und HorazensWorte:
Rsbus anßustis Liumosus Ltyusk'ortis appkrs: sapientsr iäernOoritrakes vento n!m!um seounäo1'urAiä». vel»! ^
Wahrlich, es ist ein Unglück, nie Unglück gehabt zu haben, wiePolykrates, der seinen ins Meer geworfenen Siegelring selbst wiederin einem Fisch finden mußte. Solche Glückspilze gehören zu den wid-rigsten Geschöpfen nnd sterben unbctraucrt. Unglück vereint, Glücktrennt die Menschen, und zwischen Unglück haben und unglücklich seinist, Gott sei Dank, ein himmelweiter Unterschied. Die Erntelieder desLandmanns verstummen vor dem Hagel, die Trinklieder des Winzersvor dem Frost — sie trösten sich mit einem bessern Jahr. Es gibteine menschliche Allmacht, mit der man sich selbst und die Welt über-windet, Glaube an Gott nnd an sich selbst Zerstreuung
nnd Zeit sind die Alltagsmittel gegen Unglück, aber da die erste nurvorübergehende nnd die letzte höchst langsame Wirkung macht, so sindbeide des Weisen weniger würdig, als die Schatzkammer von Bcruhi-gungsgrnnden, die in dem „Alles ist gut, was nicht anders ist — esist nun so" liegt. Hierin liegt so viel Vernunft, daß es eben so un-vernünftig wäre, sich zu widersetzen, als aufwärts fallen zu wollen.Das Muß ist ein grober Brettnagcl, aber ein bischen Philosophiesöhnt das „Muß" mit dem „Ich will" vollkommen aus. — „Es ist nunso, nnd muß gut sein, bis es besser wird," — diese Philosophie um-faßt mehr als Bocthius, Lipsius nnd selbst Scneca, der die Frageauswirft: Warum dem Guten Uebel zustoße? sodann selbst auf dasbiblische: „Wen Gott lieb hat, den züchtigt er," verfällt, denn das
* Zeige bei trübseliger Zeit dich tapferNnd von unerschnttcrtcm Muth, doch lern' auch,
Schwellt ein allzuaünstiger Wind dein Segel,
Klüglich es emzichn.
Dcmokritos. I.
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