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V3

'Böse sei das, was Arznei dem Kranken, und zuletzt mit dem stoischenDictllM kommt: 8i non peiAnar« vis, liovt t'ugoro, ^>atot zanua —oxi!" i wie Cato. Wir wollen nicht mit der Thüre ins Hans fallenund mit der minder gewaltsamen Meinung schließen, daß selbst in derBastille' oder auf dem Aspcrge das Uebel mehr in Worten, als in derSache liegt; denn Gefängniß ist ja auch ein Hans, ans dem ein Kran-ker nicht gehen kann, hiczu freie Kost nnd Logis, Dinte, Feder, Pa-pier, Bücher, humane Aufseher nnd ein bischen Geduld, so gibt essich. Statt des Treibens der Menschen in der Hauptstadt kann manja das Treiben der Spatzen und Schwalben oder der Wolken beobach-ten, wobei man wenig verlieren wird, und an den biedern Comman-danten von Ricgcr denken, der Schnbarts Schicksal so menschenfreund-lich erleichterte. Ja, Einsiedler dieser Art haben sogar gestanden, daßsie dadurch zur Einkehr iu sich selbst gekommen nnd klüger und besserherab-, als hinaufgestiegen wären.

Nichts beweist mehr die Leerheit der Güter dieses Lebens, alsdie gewöhnliche Leerheit derer, die solche durch Geburt oder Glücks-sälle im Uebcrfluß besitzen, nnd nie sah ich noch einen recht glücklichenSchurken ganz froh nnd heiter. Meine Gegenwart machte einen hal-ben Franz Moor niedergeschlagen und düster, während ich die Gesell-schaft erheiterte, denn man kann nicht heiter sein, wenn böses Gewis-sen „Wer da?" ruft. Nichts erheitert so sehr in späteren Jahren, alswenn man ruhig auf die Vergangenheit zurückblicken kann, keine Vor-würfe sich zu machen nnd lieber Unrecht erduldet, als Andern wissent-lich zugefügt hat. Nichts freut mich jetzt mehr, als daß ich gegeneinen rachsüchtigen Schurken doppelt vorsichtig zu Werke gegangen binmid als Schwcrbelcidigtcr lieber Andern, wo es sein konnte, das Rich-tcramt überlassen und endlich ganz das Feld geräumt habe — es warohnehin kein Feld, wo große Ehre zn holen war.

Vielen in der Unschuld Reichen geht es wie den Kindern, die mitWeihnachtsgeschenken überhäuft werden — die Menge macht ihnen nichtmehr Freude als ein einzelnes Stück, und viele sind schon von zuvielZucker krank geworden. Mich erheitert nichts so sehr, als wenn ichdas Glück pcrsonificire nnd sehe, wie tölpelhaft es seine blinde Kuhspielt; aber freilich erheitert dies nur, wenn man — nicht mehr mit-spielt. Die Makrobicr, die auf grünen Auen den Honigsaft der Blu-men genießen, ambrosischen Himmclsthan schlürfen und erst nach tausend

e Wenn du nicht Nimpscn willst, so kannst du ja stieben. Die Thüre steht essen. Gehehinaui!