Band 
[Erster Band. - Zweiter Band.]
Seite
121
JPEG-Download
 

121

mästet weniger als Vegetabilien, und daher verbot die Kirche dasFleisch, wie Weiber nnd Denken. Der Weg, den Origiues nnd wälscheSänger einschlugen, um fett zu werden, und den auch Landwirthe nndKöche in Ansehung des Rindviehes, der Schweine, Hühner, Karpfen rc.kennen, gefiel den wenigsten Söhnen der Kirche, ob er gleich dasGelübde der Keuschheit am besten erleichtert hätte (indessen will manvon Fettheit gleiches behaupten, nnd Wolf in seiner Mechanik erklärtauch die Schaam für den Mittelpunkt der Schwere); desto besser aberbehagten die Mahlzeiten, die eine stete Erinnerung an die Hinfällig-keit aller Dinge sind, sowie die Lehre des Papstrcchts, statt des Eidesdas Abendmahl zu nehmen, stete Erinnerung an das Essen und beiProtestanten auch aus Trinken.

Alle, die gerne den Nabel hoch tragen nnd dem Kaufmann oderMeister Nadel mehr zu lösen geben wollen, als Andere, dürfen sichkeck an die Gesetzgeber der Klöster halten, die so vieles thaten, proromeäio anim« ' und darüber des Leibes nicht vergaßen. In Klösternsah man die röthesten Dickköpfe mit doppeltem und dreifachen! llnter-kinn nnd die stärksten Wänste nnd Hinterkeulen, und in reichen Prä-laturcn wetteiferten sie gleichsam, wer sich das schönste Bänchlein an-schnallen könne. Es ist wohl Fabel, daß die Rabbiner Jsmacl undElieser solche Wänste hatten, daß, wenn sie dieselben gegen einanderhielten, ein Joch Ochsen unten durchgehen konnte, und Opium nahmen,wenn sie sich das Schmeer ausschneidcn ließen; aber Dickbäuchc gabes und gibt es noch, die so gut als die morgcnländischen Schafe mitFcttschwänzen — Rollwagen gebrauchen könnten, und einen Prälatenhabe ich selbst so lachen sehen, daß sein erschütterter Wanst den Spiel-tisch umwarf. Es ist gut, wenn Dicke groß sind und der Länge nndBreite nach Fronte machen können, man macht ihnen leicht Platz, aberdie kleinen runden Dickerchcn leben stets im Gedränge, in ocdssiaprsssa, 2 und große wie kleine Dicke müssen sich's zu Engclhardszcllgefallen lassen, daß ihnen der Mauthncr die Weste aufknöpft, ob sienicht mehr darunter haben, als Nabel und Speck.

In Klöstern erfanden sie die Magenbürstc, die so viel Aufsehenmachte, als einst die Transfusionsmethodc, und grunzten vor Fett wiedie Schweine. In Klöstern fand sich die Krankheit, die sonst nurPferde haben, daß das Fett angeht nnd die stehende Ueberfüttcrunghindert, wie bei manchen Kindern alle Entwicklung des Geistes, daherman Mcditationsstundcn anordnete, um das Denken nicht ganz zu ver-

i Zum Heil der Seele. — r bedrängter Kirche.