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Die Menschen der Natur hielten Alles für gut, wie es Gott gc->schaffen hatte, tranken aus der Quelle und aßen vorn Baume, ohne an Dia-,gcnerkältung und Blähungen zu denken; schliefen, wenn sie müde waren, Verwachten, wenn sie ausgeschlasen hatten, ohne zn fragen, auf welcher rSeite man liegen muffe, um gesund zn schlafen, oder gar, wie viel Nhr? hlebten wie ihre guten Freunde, die Thiere, waren gesund, wie sie, fasteten vetwa, wenn sie unpaß waren, wie das Vieh — und starben steinalt wie dasliebe Vieh ohne Vicharzt kurzweg. Die liebe Kultur verwandelte Alles:nichts war mehr recht, was Gott gemacht hatte — der Mensch grä-melte über das geringste Nebel, kränkelte und hustete, und zuletzt hießes: „Sehet den vierschrötigen Kerl! jede Witterung ist ihm recht, jedeSpeise, jede Strapaze, das ganze Jahr fehlt ihm nichts, dem gemeinenKerl!" Wahrlich, Tausende sogenannter Wilden verdienen eher denNamen Menschen, als tausend hochkultivirte Europäer!
Zwei Dinge machen die Menschen unglücklich und verschließen ihrHerz der Freude — sie wissen nicht, wie wenig dazu gehört, zufriedenzn sein, und schaffen sich selbst Bedürfnisse und Wünsche ohne Grenzen:
Hätte die Katze Flügel, kein Sperling wär' in der Luft mehr;
Hätte, waS Jeder wünscht, Jeder, wer hätte noch waS?
W, Tcmple hatte nicht Unrecht, wenn er seine Wünsche auf Gesund-heit, Frieden und gutes Wetter beschränkte. Gesundheit ist im Körper,was Heiterkeit in der Lust und Friede auf Erden. Sinn, Gefühlfür Wissenschaft und Kunst sind nie versiegende Quellen des Lebens-glücks , und wie viele darben nicht an diesen Quellen? Ihnen fehltdas, was nächst der Gesundheit das Höchste ist — Gemüthsrnhe. Bringtdas Meer in Aufruhr, und der schönste Himmel spiegelt sich nicht mehraus seiner Oberfläche, laßt den Sturm schweigen, und jeder Sternlächelt in den Flnthen.
Wenn wir Dinge wünschen, die nicht wirklich sind, mit unsernKräften in keinem Verhältnisse stehen, oder die Erfüllung eines Wunscheswollen, die eine Nichterfüllung des andern nach sich ziehen muß, sostürzen wir uns nothwendig in thörichte Unzufriedenheit. Wir lebenin keiner Fccnwelt, und die Wirklichkeit will Wacher, keine Träumer.Alle Träumer oder Wünschcr sollten Brcitkopfs Kärtchcn „Quelle derWünsche" an ihre Thüre nageln. Sie entspringt im Lande des Be-dürfnisses; je mehr man daraus trinkt, desto größer wird der Durst,die Quelle wird znm Strom, der sich in vier Arme theilt, die Länderdes Geizes, der Ehre und der Liebe durchströmt, an der Grenze des