151
sich eiil König darum, ob ein Reisender in seinen Landen in einerKneipe von Flöhen oder Wirthen gekneipt wird? und ihr wollet demSchicksal oder der Vorsehung znmnthen, daß sie jeden Mautelsack be-wache , jedes Kopf- und Zahnweh verhüte und jedes Loch im Beutel?Schon unsere guten Alten reimten:
Welt! wie wirst du angefangen?
Ach! dein Anfang ist ein V IWenn zmn Ende wird gegangen,
Findet sich ein hartes —
Und noch, eh' sie wird beschritten,
Kommt Llend, Leiden in der Mitten!
Von einem kleinen Vogel könnt ihr lernen, der mich oft unter-hält, wie man Allem, was uns begegnet, dreist cntgegcnschreitet undüber allen Jammer hinwcghüpst, von der Bachstelze! Gott wirft keineGeldbörsen vom Himmel, keine Regenbogenschüssclchen, hilft aber demder sich selbst hilft. Lola!
Mehr als ein leidliches Dasein ist Niemand berechtigt von diesemErdenlcben zu fordern; selig sind die, die wenig erwarten, so werdensie' auch weniger getäuscht, und glücklich kann kein Gott und Königeuch machen, wenn ihr es nicht selbst könnt. Gott ist uns, da er unseinmal auf die Welt gesetzt hat, etwa Brod und Wasser, Wurzeln undSalz schuldig, und wenn ihr auch zehnmal lieber einem Braten aufden Leib gehen möchtet, als einer Kartoffelschüssel, was auch ich fürangenehmer halte — aber wo bliebe das schöne Sprichwort: Manmuß aus der Noth eine Tugend machen? Wollt ihr mit dem Kopfdurch die Wand, so ist die Vorsehung unschuldig, wenn ihr euch denHirnkasten einrennet. Nur verzogene Kinder wollen nichts vom Kuchen,und schmollen, wenn die Mama nur ein Stückchen abreicht; klügeredenken: besser Etwas als Nichts, und verzehren lieber das kleinsteStückchen, selbst wenn es in Koth gefallen ist, als daß sie hungern.Hunger ist bekanntlich der beste Koch —
Gar weise gibt der Herr der Welt,
Daß uns die Leiden nicht erdrücken,
Den Edcln Duldung, Narren Geld,
Und Eseln harte Nucken —
Seele! so bedenke doch,
Lebt doch unser Herr Gott noch! Lola!
Nicht halb so sauer wäre dem guten Rousseau sein Durchgangdurch die Welt geworden, wäre er kein verzogenes Kind gewesen, oder