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uns in seinem Redner * eine Art Theorie des Lächerlichen aufgestellt,die im Grunde bloß den größeren Griechen paraphrasirt, wie fast alleseine philosophischen Erklärungen — das Lächerliche ist ihm: Ungcstalt,Häßlichkeit, Unanständigkeit. Er nahm bloß den Volksrcdner zumAugenmerk, wie Aristoteles bloß das Lustspiel und die Sitten, undläßt uns so klug als wir zuvor waren, trotz seiner berühmten Red-seligkeit, seines ewigen osss viäoatur und gaar eum ita sint _Herr

von Cicero war in der Volksversammlung, was Sheridan im Parla-mente; er sprach gegen Verres, wie dieser gegen Hastings, nur daßder Britte weniger Maulpatriotc war. Er schmeichelte Cäsar, wäh-rend er Pompcjus anhing, spielte dann gegen Antonius und Octaviusdie nämliche Achsclträgerrolle, bis er durch Aussöhnung Beider dasOpfer seiner Wctterwendigkeit wurde. In seinen gerichtlichen Redenherrschte Witz und satirische Laune im Uebermaß, er spottete desKlägers, erheiterte den Ernst der Richter auf Kosten desselben undmachte es gerade wie Sheridan, dem einst der junge Pitt den spötti-schen Rath gab, die Politik gegen das Theater umzutauschen. „Ichdanke," sagte Sheridan, „für den guten Rath, mein erstes Stück sollder zweite Theil des -mgrx box * sein," das ganze Haus lachte, undPitt starb mit dem Spottnamen tbo angrx box. Gerade so mag esCicero gemacht haben, daher sourra vonsuluris, ? und daher der Nadel-stich der Fulvia. Ein kurzes, treffendes Witzwort fliegt wie ein ver-gifteter Pfeil, und Cäsars Witzwort: Lull» uosoivit litoras, äiotarsnon potoit, 2 schadete ihm vielleicht mehr als die längsten orationoslliooroniaus!!

Qnintilian folgt lediglich seinem bewunderten Cicero, ** behandeltnicht minder das Lächerliche als einen Rcdnerkniff, um von der Haupt-sache abzuziehen, oder zu entlangweilen, und beweist die Schwierigkeitdieses Talents daraus, daß den größten Rednern, Dcmosthcnes das Talent(kaeultas), und Cicero Maß und Ziel (moäus) gefehlt habe. Quintilianunterscheidet bereits Lachen und Auslachen (risus und äorisus) so gut alsHome das risiblo und riäioulous, und klagt, daß Quintus oder Tiro, *

* Orotor II. e. 5-1—?2. PancratiuS äs rjäisulis 1594 hat ihn commentlrt, und in derThat mehrere der Witzreden brauchen auch eine- CvmmentarS.

»» Inst. Orat. VI. 3. x. 866—38. LcM. vip.

t Der zornige Knabe. Titel eine- englischen Theaterstücks, mit Rücksicht auf Pitt'S Jugendangeführt, der bereit- im L4stcn Jahre Münster war. —- r Consular und Lustigmacher. DeS An-tontuS Gemahlin, Fulvia, gegen den großen R'dner rachsüchtig, lieh sich vom Hauvte Cicero'-,nach dessen Hinrichtung, die Zunge bringen, und durchstach sie mit Nadeln. — - Ein Doppel-sinn: Sulla verstand die Buchstaben nicht und konnte nicht dictiren; oder: Sulla kannte dieWissenschaften nicht, und konnte nicht Dictator sein. — 4 Cicero'- Bruder und dessen Frei-